Wegfall des größten Reisemarktes Deutschland trifft Wien schwer

Reisewarnung des Deutschen Auswärtigen Amtes für Wien bedeutet drohenden Verlust des größten Herkunftsmarktes für die Wiener Tourismusbranche. 2019 kamen 19% aller Gäste aus Deutschland.

Wien (OTS/RK) – Die Reisewarnung des Deutschen Auswärtigen Amtes für Wien trifft den gesamten Wiener Tourismus schwer. Deutschland ist der wichtigste Herkunftsmarkt für Wien. 2019 kamen rund 19% aller Gäste aus Deutschland, und auch seit Ausbruch der Pandemie hielten die deutschen Gäste Wien die Treue: Während die Nächtigungen von anderen Top-10-Märkten wie Italien, Großbritannien, Spanien, Russland oder China zum Teil über 90% einbrachen, stieg der Anteil von Nächtigungen aus Deutschland im Juli 35%.

Jobmotor Tourismus

In den vergangenen zehn Jahren war der Städtetourismus die touristische Triebfeder Österreichs. Die Nächtigungen in Wien sind fast dreimal so stark gewachsen wie im Rest des Landes, was 2019 einen Rekord von 17,6 Millionen bedeutete und für Wiens Beherbergungsbetriebe das erstmalige Erreichen der Umsatzmilliarde. Wiens Tourismus- und Freizeitwirtschaft steht üblicherweise für 116.500 Ganzjahresarbeitsplätze. Vor der Corona-Pandemie betrug die direkte und indirekte Wertschöpfung des Tourismus in Wien rund 4 Milliarden bzw. über 12% der touristischen Wertschöpfung Österreichs.

Norbert Kettner, Direktor WienTourismus

„Die Einstufung als Risikogebiet ist ein weiterer Tiefschlag für die gesamte Visitor Economy in Wien. Der drohende Ausfall deutscher Gäste bedeutet für die seit Monaten mutig kämpfende Branche weitere finanzielle Einbrüche. Alleine im ersten Halbjahr 2020 entstanden 28,7% des gesamten Nächtigungsumsatzes in den Wiener Beherbergungsbetrieben durch Gäste aus Deutschland. Fest steht: Wien wird auch nach der Pandemie eine der attraktivsten und schönsten Städte der Welt sein. Wir müssen durchhalten und uns jetzt für die Zukunft aufstellen.“

Städtetourismus besonders gefährdet

Am 24. September soll im Wiener Gemeinderat ein Förderprogramm für die Wiener Hotellerie beschlossen werden, das variable Kosten mit bis zu 50.000 € pro Betrieb unterstützt. Mit dieser Anschubfinanzierung sollen Betriebe unterstützt und Arbeitsplätze geschützt werden. Einreichungen sind ab 1. Oktober möglich. Baldige konkrete Unterstützungsmaßnahmen der Bundesregierung für die Stadthotellerie wurden in Aussicht gestellt und sollen demnächst Realität werden.

Städtetourismus ist sehr international geprägt und lebt stark von Kultur, Kongressen und Events – all dies ist größtenteils ausgefallen oder wurde stark beschränkt.

Wie fast alle Metropolen weltweit hat auch Wien durch Covid-19 mit drastischen Rückgängen zu kämpfen. Nach den Boomjahren brachen von Jänner bis Juli dieses Jahres die Nächtigungen um 66% auf 3,2 Millionen ein und damit auch in ähnlichem Ausmaß die Umsätze in der Hotellerie.

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