
Arbeitsmarkthoch – Fachkräfte immer schwerer zu finden
WKÖ: strukturelle Arbeitslosigkeit abbauen und Fachkräfteoffensive starten
Wien (OTS) – Mit einem neuerlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit (-29.064 arbeitslose Personen) Ende April ist die Entwicklung am österreichischen Arbeitsmarkt sehr erfreulich. Im europaweiten Ranking bewegt sich Österreich allerdings im Mittelfeld (Platz 10). Dazu Martin Gleitsmann, Arbeitsmarktexperte der WKÖ: „Sorgenkind ist die nach wie vor bestehende strukturelle Arbeitslosigkeit, gegen die die gute Konjunktur nicht ankommt. Die im Regierungsprogramm vorgezeichneten Ansätze gegen den Missmatch am Arbeitsmarkt müssen rasch angegangen werden!“
Niedrige Arbeitslosigkeit unter Älteren
Abermals sehr erfreulich ist die Entwicklung bei den älteren Arbeitslosen. Seit Anfang des Jahres fanden bereits mehr als 50.000 ältere Arbeitslose wieder eine passende Beschäftigung (exakt 52.695 Personen), die Personengruppe 50+ weist damit eine überdurchschnittlich gute Entwicklung auf. Die im AMS seit den letzten Jahren verfolgte Strategie, Ältere über Eingliederungsbeihilfen wieder in Jobs zu integrieren, ist der goldrichtige Weg. „Es ist sehr positiv, dass auch künftig 60% der für Ältere und arbeitsmarktferne Personen gewidmeten AMS-Mittel für Eingliederungsbeihilfen und Kombilöhne reserviert sind. Ein sehr guter neuer Ansatz ist, dass Ausbildungen, die überwiegend direkt in den Betrieben stattfinden, noch stärker forciert werden sollen. Auf diese Weise erhalten die Arbeitssuchenden neben einem Job auch eine maßgeschneiderte Ausbildung,“ so Gleismann.
Fast 20.000 offenen Lehrstellen
Die Suche nach den passenden Lehrlingen wird immer schwieriger. Wenn man die sofort (4.980) und nicht sofort (14.472) verfügbaren offenen Lehrstellen zusammenrechnet, so standen dem AMS Ende April 19.452 offene Lehrstellen zur Besetzung zur Verfügung. Dazu Martin Gleitsmann: „Die Betriebe beginnen mit der Suche der geeigneten Lehrlinge immer früher, zumeist schon am Jahresbeginn, obwohl die Lehrplätze erst im Herbst frei werden. Diese Zahl an nicht sofort verfügbaren offenen Lehrstellen wird in der öffentlichen Diskussion gerne vergessen.“ Oft scheitert die Besetzung an nicht korrespondierenden Berufswünschen oder am bekannten Ost-West-Gefälle. Das heißt einer großen Zahl an Lehrstellensuchenden im Osten steht eine Vielzahl an unbesetzten offenen Lehrstellen im Westen gegenüber.
Zudem zeigt ein erst kürzlich von Eurostat veröffentlichter Vergleich der Arbeitslosenquoten nach Regionen, dass die regionalen Unterschiede in Österreich vergleichsweise hoch sind. Die Arbeitsmarktchancen sind in den ländlichen Regionen derzeit besonders gut. „Jetzt müssen wir alle Kräfte bündeln, die vielen offenen Stellen vor allem auch im ländlichen Raum zu besetzen. Der Mangel an Fachkräften darf zu keiner Wachstumsbremse werden. Die im Regierungsprogramm verankerte Fachkräfteoffensive nach deutschem Vorbild sollte jedenfalls rasch umgesetzt werden,“ resümiert Martin Gleitsmann. (PWK322/DFS)
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