
40 Jahre nach Zwentendorf-Abstimmung ist Österreich noch immer nicht atomstromfrei
Österreichische Bevölkerung fordert raschen Umstieg auf erneuerbare Energien
St. Pölten (OTS) – 40 Jahre nach der Abstimmung gegen die
Atomkraftnutzung in Österreich werden noch immer zwischen 6 und 16
Prozent des Stromverbrauchs mit verstecktem Atomstrom gedeckt. „Wir
brauchen viel mehr erneuerbare Kraftwerke, um Österreich zu 100
Prozent mit erneuerbarem Strom zu versorgen“, fordert Stefan Moidl,
Geschäftsführer der IG Windkraft und weist auf die Notwendigkeit
stabiler funktionierender Rahmenbedingungen für den Ausbau hin.
„Österreich muss sich mit sauberem Strom aus erneuerbaren Energien
selbst versorgen. Das ist der wichtigste Beitrag für eine
atomstromfreie Zukunft“, so Moidl.
Heuer jährt sich die Volksabstimmung über das Atomkraftwerk in
Zwentendorf zum 40. Mal. Eine dünne Mehrheit stimmte damals gegen die
Nutzung der Atomkraft in Österreich. 40 Jahre später bezweifelt kaum
noch jemand, dass Österreich anders entscheiden hätte sollen. Fragt
man heute die Bevölkerung, wie die Energieversorgung aussehen soll,
dann hat der Umstieg auf erneuerbare Energien genauso hohe
Zustimmungswerte wie der Wunsch nach einem atomstromfreien
Österreich. 91 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher haben
in einer Umfrage Anfang des Jahres die Politik aufgefordert, rasch
die nötigen gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Ausbau der
erneuerbaren Energien zu schaffen, um Österreich zu 100 Prozent mit
erneuerbarem Strom zu versorgen. Die repräsentative Umfrage von 400
Personen wurde vom Institut für statistische Analysen, Jaksch und
Partner GmbH, im Auftrag der IG Windkraft durchgeführt.
Zwtl.: Mogelpackung „atomstromfrei“
Es gibt zwar in Österreich kein Atomkraftwerk, das Atomstrom
produziert. Und es gibt eine Stromkennzeichnungspflicht, die
sicherstellen soll, dass Atomstrom als solcher gekennzeichnet wird.
Das System der Stromkennzeichnung mit Herkunftsnachweisen garantiert
jedoch nicht, dass der bezogene Strom kein Atomstrom ist. Nach wie
vor ist es möglich, mit Wasserkraftzertifikaten aus dem Ausland
Atomstrom „sauberzuwaschen“ und in Österreich als Strom aus
Wasserkraft zu verkaufen. Berücksichtig man diese Verkaufstaktik,
liegt der Atomstromanteil in Österreich je nach Berechnungsmethode
zwischen 6 und 16 Prozent. „40 Jahre nach der Abstimmung gegen
Zwentendorf ist das schon ein politisches Armutszeugnis“, stellt
Moidl fest.
Zwtl.: Effektives Fördersystem für starken Ausbau erforderlich
„100 Prozent erneuerbarer Strom bis 2030 ist nur dann möglich,
wenn die von der Regierung geplanten Rahmenbedingungen auch halten,
was sie versprechen“, bemerkt Moidl. Um dieses Ziel zu erreichen,
müssen ab 2020 jährlich durchschnittlich 120 Windkraftanlagen
errichtet werden. „Wir brauchen dringend ein funktionierendes
Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz, das den Ausbau der erneuerbaren Energien
auch ermöglicht“, so Moidl und fordert die Regierung auf, aus
internationalen Erfahrungen bei Fördersystemen zu lernen. „Wir
beobachten mit Besorgnis, dass seit der Umstellungen auf ein
Ausschreibesystem für Windkraft in Deutschland und Frankreich der
Ausbau drastisch zurückgeht. Österreich braucht ein angepasstes
Fördersystem, welches den großen Ausbau erneuerbarer Energie auch
stemmen kann. Ausschreibungen sind da kein adäquates Mittel für
Österreich. Sinnvoll ist für Österreich ein marktwirtschaftliches
System mit Förderprämien, bei dem der Ökostromerzeuger selbst den
Strom vermarktet. Die Förderhöhe sollte aber behördlich festgelegt
werden“, so Moidl abschließend.
Weitere Hintergrundinformationen und Grafiken finden Sie in der
[Pressemappe] (https://www.igwindkraft.at/?mdoc_id=1039452).
IG Windkraft Österreich
Martin Jaksch-Fliegenschnee
Mobil: 0660/20 50 755
m.fliegenschnee@igwindkraft.at
https://www.igwindkraft.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender