E-Wirtschaft sieht klimaneutrale Energieversorgung als Richtungsentscheidung

40 Jahre nach der Abstimmung zur Atomkraft sind ein zukunftsweisendes Bekenntnis zur erneuerbaren Stromversorgung und ein Schulterschluss aller gefordert

Wien (OTS) – Oesterreichs Energie, die Interessenvertretung der
österreichischen E-Wirtschaft sieht den bevorstehenden Umbau des
Stromsystems in Richtung einer klimaneutralen Versorgung als ähnliche
Richtungsentscheidung wie den Ausstieg aus der Nutzung der Atomkraft
vor 40 Jahren. Auch heute stehen wir vor wegweisenden Entscheidungen
für unsere Energiezukunft, denn um unsere Ziele zu erreichen, müssen
wir unser Energiesystem grundlegend umbauen und das sehr rasch. Dafür
brauchen wir einen ernst gemeinten Schulterschluss aller“, erklärt
Leonhard Schitter, Präsident von Oesterreichs Energie.

Am 5. November 1978 entschieden sich 50,47 Prozent der
Österreicherinnen und Österreicher in der historischen
Volksabstimmung gegen Atomkraft. Nur knapp 30.000 Stimmen mehr für
„Nein“ verhinderten damit eine Inbetriebnahme des Atomkraftwerkes
Zwentendorf im Tullnerfeld. Diese Entscheidung hatte nicht nur für
die Politik, sondern auch für die E-Wirtschaft weitreichende Folgen,
denn es mussten rasch Alternativen gefunden werden, um das Land
ausreichend mit Strom zu versorgen. Schitter: „Jetzt geht es wieder
darum, Alternativen zu finden.“ Dank der Bedeutung der Wasserkraft
und anderer erneuerbarer Energien, ist Österreich schon jetzt in der
glücklichen Lage, Strom heute zu rund Dreiviertel aus erneuerbaren
Ressourcen erzeugen zu können.

Die österreichische Bundesregierung hat das Ziel, dass unser
Stromverbrauch bis 2030 zu 100 Prozent aus heimischer erneuerbarer
Erzeugung kommen soll. Das stellt die E-Wirtschaft vor eine enorme
Herausforderung. Wir müssen Windkraft, Wasserkraft und Photovoltaik
rasch ausbauen, einerseits durch die Errichtung neuer Anlagen
andererseits durch die Verbesserung der Effizienz bestehender
Anlagen. Konkret bedeutet das mehr als doppelt so viele
Windkraftanlagen wie heute, rund 200.000 zusätzliche PV-Anlagen pro
Jahr und zusätzliche Wasserkraftwerke. Das Stromsystem ändert sich
damit stark, es wird dezentraler und volatiler. Um den zusätzlichen
Strom in das Stromnetz zu integrieren und dabei die
Versorgungssicherheit zu erhalten, müssen wir intelligente und
leistungsfähige Netze bauen und Speichermöglichkeiten schaffen.

Dabei braucht die E-Wirtschaft die Unterstützung der Politik, aber
auch der Bevölkerung, denn diese Infrastrukturmaßnahmen werden das
Landschaftsbild da und dort ändern und sie kosten Geld. Das ist aber
kein Grund diese Ziele abzulehnen, denn wer weiß, wieviel es uns
kosten würde, in der fossilen Sackgasse zu bleiben. Schitter: „Wer
eine klimaneutrale Energieversorgung will, muss auch ‚Ja‘ zum Ausbau
sagen.“

Oesterreichs Energie
Ernst Brandstetter
Pressesprecher
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