Oö. Volksblatt: „Danke, Atomstrom“ (von Markus EBERT)

Ausgabe vom 5. November 2018

Linz (OTS) – Man darf sich nichts vormachen: Dass Österreich vor 40
Jahren in einer knappen Volksentscheidung Nein zur friedlichen
Nutzung der Kernenergie sagte, hat den Rest der Welt nicht
beeindruckt. Zumindest nicht jenen Teil der Welt, der nach Energie
giert, weil anders das Werkel nicht am Laufen gehalten werden kann —
glaubt man jedenfalls.
Und auch wenn schon ein paar Jahre nach dem Aus für das
schlüsselfertige Atomkraftwerk Zwentendorf mit dem Supergau von
Tschernobyl die hauchdünne Entscheidung als die richtige bestätigt
wurde, hat das den Lauf der Atom-Dinge nicht beeinflusst — so wenig
wie später Fukushima. Immerhin weiß man seither definitiv:
Atomkraftwerke liefern Strom und machen Probleme, und zwar — siehe
Terschnobyl, siehe ungelöste Endlagerfrage — auch noch lange nach dem
Abschalten.
Im Rückblick betrachtet gilt auch festzuhalten: Dass sich Österreich
gar so als Anti-Atom-Nation gerieren kann, ist Zufall, der Überhang
von 30.068 Nein-Stimmen drückt mehr als deutlich die völlig
unentschiedene Meinungslage aus. Und eines ist auch klar: Dass in
Österreich trotzdem die Lichter nicht ausgangen sind, verdanken wir
auch dem Atomstrom, der seit 40 Jahren halt anderswo produziert wird.

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