
Oö. Volksblatt: „Falscher Weg“ (von Markus EBERT)
Ausgabe vom 8. November 2018
Linz (OTS) – Das Thema Arbeitszeit ist natürlich zu verlockend, um
nicht von der SPÖ — im Konzert mit roten Gewerkschaften und der
Arbeiterkammer — als oppositionelle Profilierungs-Bühne genutzt zu
werden. Die Frage ist nur: Wie weit schießt man im populistischen
Eifer über das Ziel?
Keine Frage: Jeder Verstoß gegen das neue Arbeitszeitgesetz ist ein
Verstoß zu viel. Aber eines haben nun einmal Gesetze an sich: Erst
wenn es sie gibt, wird auch das Fehlverhalten sichtbar. Jedenfalls
hat Wirtschaftskammer-Generalsekretär Karlheinz Kopf nicht Unrecht,
wenn er verlangt, dass man „die Kirche im Dorf lassen muss“. Aus
vereinzelten Problemfällen — und mehr sind es auch laut Darstellung
der Sozialministerin bisher nicht — zu schließen, dass die
hunderttausenden österreichischen Arbeitgeberbetriebe allesamt
vorsätzlich ihre Arbeitnehmer ausbeuten, ist hanebüchen. Jeder
vernünftig denkende Unternehmer muss und wird es sich wohl auch in
Zeiten des Arbeitskräftemangels reiflich überlegen, ob er Mitarbeiter
in Sachen 12-Stunden-Tag drangsaliert. Andererseits wird jeder
vernunftbegabte Dienstnehmer abwägen, ob er seine Arbeitszeit
ausweiten lassen will oder kann. Hysterie zu schüren oder gar zu
zündeln ist jedenfalls der falsche Weg.
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