Oö. Volksblatt: „Versteckt im Netz“ (von Harald ENGELSBERGER)

Ausgabe vom 14. November 2018

Linz (OTS) – Wer von einem anderen auf der Straße beschimpft oder gar
angespuckt wird, der kann sich sofort dagegen wehren. Er oder sie
kann Passanten um Hilfe bitten oder die Polizei rufen.
Anders ist das im Internet: In den sozialen Netzwerken ist man dummen
Bosheiten und infamen Intrigen im Prinzip wehrlos ausgesetzt, weil
sich die üblen Hetzer in der Anonymität der digitalen Welt sehr
leicht verstecken können und eigentlich auch unauffindbar bleiben.
Dazu kommt, dass einmal veröffentlichte Beiträge im weltweiten Netz
durch Kommentare oder Teilen des Eintrags in Windeseile millionenfach
verbreitet werden. Während die mediale Print-Veröffentlichung
strengen Regeln unterworfen ist, herrscht im virtuellen Raum de facto
eine Gesetzlosigkeit. Der oder die Betroffene bleibt oft für immer
gebrandmarkt, ohne Chance auf Gegenwehr.
Wenn diese Anonymität entschärft werden kann, wie das die Regierung
nun beim Gipfel mit Betroffenen und Experten in Angriff genommen hat,
dann sollte eigentlich niemand etwas dagegen haben. Jetzt schon
datenrechtliche Bedenken und Metternichsche Zensurkeulen zu
schwingen, ist nicht nur verfrüht, sondern eine Themenverfehlung:
Statt Bedenken braucht es nämlich Vorschläge, wie man die digitale
Welt sicherer machen kann.

Oö. Volksblatt, Chefredaktion
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