
MA 22: Fürs gesunde Leben lernen!
Fachtagung der Initiative „Gutes Gewissen – Guter Geschmack“ über nachhaltiges und gesundes Essen in Kindergarten- und Schulküchen
Wien (OTS) – Umweltschutz, Tierwohl und Gesundheit bei der
Verpflegung von Kindern und Jugendlichen in Kindergärten und Schulen:
Das ist das Thema 5. Fachtagung der Initiative „Gutes Gewissen –
Guter Geschmack, die von der Wiener Umweltschutzabteilung – MA 22,
der Tierschutzombudsstelle Wien (TOW) und dem Ökosozialen Forum Wien
organisiert wurde.
Wie auch in den bisherigen Veranstaltungen der Initiative geht es um
Wissensvermittlung, Präsentation von Best Practice-Beispielen,
Vernetzung und die gemeinsame Arbeit an möglichen Verbesserungen und
Impulse für neue Initiativen. Dazu wurden AkteurInnen aus mehreren
Ebenen eingeladen: Vertreter der Wissenschaft, Caterer, Kindergärten,
Schulen, Elternvereine, NGOs, ProduzentInnen.
Zwtl.: „Gemeinsam etwas Positives bewirken“
„Uns geht es darum, dass alle gemeinsam etwas Positives bewirken
können“, betont Karin Büchl-Krammerstätter, Leiterin der Wiener
Umweltschutzabteilung – MA 22. „Durch den Impuls unserer
vorangegangenen vier Tagungen ist uns dabei schon einiges gelungen.“
Seien es verschärfte Kriterien beim öffentlichen
Lebensmittel-Einkauf, das Auszeichnungsprogramm „natürlich gut essen“
für Gastronomie- und Hotelbetriebe oder die Vernetzung und
Kooperation mit wichtigen Stakeholdern wie ProduzentInnen, Handel,
WissenschafterInnen oder auch dem Verband der Elternvereine an Wiener
Schulen.
„Sehr viele Kinder und Jugendliche sind ausgesprochen
wissensdurstig und haben ein ausgeprägtes Problem- und Umwelt- und
Tierschutzbewusstsein“, ergänzt Eva Persy, Leiterin der
Tierschutzombudsstelle Wien (TOW). „Das heißt, dass genau in diesem
Alter besonders gut ein Impuls für einen achtsamen Umgang mit unserer
Umwelt und für das Tierwohl gesetzt werden kann.“
Für René Hartinger, Generalsekretär des Ökosozialen Forums Wien
hat das Thema der Fachtagung neben den Nachhaltigkeits-, Umwelt-,
Tierschutz- und Gesundheitsaspekten überdies auch noch eine große
soziale Dimension: „Wir treten mit unseren PartnerInnen dafür ein,
dass eine gesunde und zukunftsfähige Ernährung allen offen steht. Uns
ist es wichtig, dass alle Menschen, insbesondere auch Kinder und
Jugendliche, gesundes, nachhaltiges und obendrein schmackhaftes Essen
kennenlernen und genießen dürfen, und in Ernährungsfragen ein gutes
Basiswissen und Bewusstsein erhalten, um für sich und die Welt
Verantwortung zu übernehmen.“
Zwtl.: Hans-Peter Hutter: Anlage für spätere Ernährungsgewohnheiten
Seitens der Wissenschaft präsentierten Prof. Hans-Peter Hutter von
der MedUni Wien, die Klimaforscherin Prof. Helga Kromp-Kolb und Prof.
Sigrid Stagl von der WU Wien Fakten und Denkanstöße. So betonte
Hans-Peter Hutter: „Ungünstige Ernährungsgewohnheiten, die im Klein-
und Schulkindalter erworben werden, bleiben oft das ganze Leben
erhalten und können langfristig zu gravierenden
Gesundheitsbeeinträchtigungen führen.“ Das Fazit des
Ernährungswissenschaftlers lautet: „Weniger Fleischkonsum bedeutet
mehr Gesundheit. Eine ausgewogene Ernährung mit naturverträglich
erzeugten Lebensmitteln schützt die Gesundheit der Kinder, beugt
späteren Erkrankungen vor und ist gut für die Umwelt.“
Zwtl.: Helga Kromb-Kolb: „Sieben auf einem Streich“
Laut der Klimaforscherin Professorin Helga Kromp-Kolb bringt „eine
kleine Ernährungsumstellung auf Mehr Gemüse und Obst – saisonal,
regional und Bio gleich 7 Vorteile“:
Sie leben gesünder.
Sie nehmen weniger Gifte und unerwünschte Hormone auf.
Es schmeckt besser, weil saisonale und regionale Produkte an der Sonne reifen können und mehr natürliche Geschmacksstoffe enthalten.
Sie reduzieren Tierleid, weil weniger Tiere zur Fleischerzeugung gehalten werden müssen und weil in der biologischen Landwirtschaft Tiere einen Mindestauslauf haben.
Unsere Böden können gesunden.
Sie unterstützen unsere Landwirte, denn gesündere Böden sind unempfindlicher gegen Dürre und Überschwemmungen im Zuge des Klimawandels.
Sie tragen zum Klimaschutz bei, denn Kohlenstoff, der im Boden gespeichert wird, ist nicht als Kohlendioxid in der Atmosphäre klimawirksam.
Professorin Sigrid Stagl von der Wirtschaftsuniversität Wien
ergänzte diese Fakten und Thesen durch die wirtschaftliche Dimension
einer richtigen Lebensmittelwahl – und eröffnet gleichzeitig
Möglichkeiten, aus herkömmlichen ökonomischen Denkmustern
auszubrechen.
Zwtl.: Gutes Zeugnis von Greenpeace und Vier Pfoten
Dass Wien in der Gemeinschaftsverpflegung in Kindergärten und
Schulen eine Vorreiterrolle einnimmt, belegten zwei unabhängige
Checks, die von Greenpeace und Vier Pfoten bei der Tagung präsentiert
wurden: Ein Bundesländer-Ranking der Umweltschutzorganisation
Greenpeace kam zu dem Ergebnis, dass Wien bei der Beurteilung von
Kindergarten- und Schulessen deutlich auf Platz eins landete.
Beurteilt wurden dabei die Kategorien: Wie hoch der Anteil an
biologischen Lebensmitteln ist, wie viel regionale Kost auf den
Teller kommt und wie es um die Auswahl an fleischlosen Mahlzeiten
steht.
Auch die Tierschutzorganisation Vier Pfoten International hob in
ihrem jüngsten Bericht zur öffentlichen Beschaffung von Tierprodukten
explizit Wien als Positivbeispiel hervor. Neben den Programmen
ÖkoKauf Wien und dem nachhaltigen „natürlich gut Teller“ wurde hier
die „Bio-Offensive Mittagsverpflegung für Kinder“ hervorgehoben: In
Wiener Kinderbetreuungseinrichtungen werden täglich 30.000
Mittagsmenüs mit einem Anteil von 50% biologisch erzeugter
Lebensmittel verspeist. Außerdem bekommen 18.000 Schüler in den
ganztägig geführten Schulen ein Mittagessen, das zu 40% aus
Bio-Produkten besteht.
Zwtl.: Vernetzung von Best Practice-AkteurInnen
Im Anschluss daran wurden Beispiele aus der Praxis präsentiert, in
denen Karl Dwulit vom Wiener Landesverband der Elternvereine, Gudrun
Obersteiner von der Universität für Bodenkultur und Martina Liska vom
Jugendzentrum Donaustadt über Erfahrungen und Initiativen bei der
Gemeinschaftsverpflegung berichteten. Bei einem „Marktplatz der
Möglichkeiten“ wurden zwölf Initiativen, Institutionen und Best
Practice-Beispiele präsentiert und die Möglichkeit zu Kennenlernen,
Vernetzung und neuen Anstößen geboten.
Nähere Infos unter: www.GuGe.wien.at
Margit PETER
Wiener Umweltschutzabteilung – MA 22
Telefon: 01 4000 73421
Mobil: 0676 8118 73421
E-Mail: margit.peter@wien.gv.at
www.umweltschutz.wien.at
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