
Allianz Klimagerechtigkeit: Trendwende ist schaffbar!
Bis 2030 notwendig, dass die EU ihre Treibhausgasemissionen um mindestens 60 Prozent reduziert. Finanzierung im Bereich Katastrophenvorsorge sowie Klimawandel-Anpassung sicherstellen.
Wien (OTS) – Die UN-Klimakonferenz (COP24) von 2. bis 14. Dezember in
Katowice (Polen) soll Meilensteine der globalen Klimapolitik setzen.
Die Allianz für Klimagerechtigkeit, eine Plattform von 25 Umwelt-,
Entwicklungs- und sozialen Organisationen, ruft die Österreichische
Regierung auf, ihre globale Verantwortung als EU-Ratsvorsitz
wahrzunehmen.
Der neue Klimabericht des IPCC zeigt, dass wir es noch schaffen
können, den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 °C einzugrenzen,
dafür aber viel stärkere Anstrengungen notwendig sind. Global müssen
bis spätestens 2050 die Netto-Emissionen auf Null gesenkt werden.
Entwickelte Industrienationen müssen vorangehen und diese Marke
deutlich früher schaffen. Schon bis 2030 ist es notwendig, dass die
EU ihre Treibhausgasemissionen um mindestens 60 Prozent reduziert
und nicht um mindestens 40 Prozent, wie es derzeit der Plan ist.
GLOBAL 2000-Klimasprecher Johannes Wahlmüller fordert Österreich und
die EU zum Handeln auf: „Österreich als EU-Ratsvorsitzland kommt bei
der kommenden Klimakonferenz in Katowice eine besondere
Verantwortung zu. Die wissenschaftlichen Fakten müssen anerkannt
werden und auch die EU muss zusagen, dass sie ihre Klimaschutzpläne
rasch nachbessert. Geschieht das nicht, schließt sich die Tür für
ein rechtzeitiges Einschreiten gegen die größte Bedrohung für Mensch
und Natur auf diesem Planeten schneller als uns allen lieb ist.“
„Die Klimaverhandlungen müssen die Stimmen der Indigenen Völker
Amazoniens endlich berücksichtigen und die Expansion des
Agro-Business sowie nicht nachhaltigen Konsum von Agrargütern
stoppen, welche die Lunge der Erde zerstören“, fordert Pablo Solón,
Direktor der bolivianischen NGO „Fundación Solón“. Anstatt auf
gefährliche Technologien wie Speicherung von Kohlenstoff in der Erde
oder Geoengineering zu setzen, brauchen wir systemische Alternativen
zum Schutz ökologischer Kreisläufe. „Für die Bekämpfung der
Klimakrise müssen wir heute auch die Demokratie stärken, welche durch
unverantwortliche Politiker und große Konzerne in vielen Staaten in
Gefahr ist“, führt Solón weiter aus.
„Die Klimaerwärmung heizt eine fatale Entwicklung weiter an: Krisen
werden komplexer, der humanitäre Hilfsbedarf steigt und die
Finanzierung kann dabei nicht mehr mithalten“, sagt Barbara Busch,
Advocacy Advisor für Internationale Zusammenarbeit beim
Österreichischen Roten Kreuz. Der Ausweg kann nur sein, die
Auswirkungen künftiger Krisen schon heute mit Katastrophenvorsorge
zu verringern. „Wir fordern, dass sich Österreich für ein Ansteigen
der bereitgestellten Gelder für Klimaschutz- und Klimaanpassung
einsetzt – mit dem Ziel von 2020 bis 2025 jährlich eine Summe von
100 Milliarden Dollar zu erreichen. Das Geld muss lokalen Akteuren
direkt zugänglich sein, da sie die nötigen Anpassungen am besten
steuern können.“
Das erklärte Ziel in Katowice ist ein umfassendes Regelwerk zum
Pariser Klimaabkommen zu beschließen, welches es Entwicklungs-,
Schwellen- und Industrieländern gleichermaßen ermöglicht, die
Pariser Klimaziele schnellstmöglich zu erreichen. Martin Krenn,
Sprecher der Allianz für Klimagerechtigkeit, zeigt auf: „Das
Regelwerk wird die Zustimmung aller Staaten nur dann erhalten, wenn
für ärmere Länder planbare finanzielle Unterstützung sichergestellt
wird, um sowohl ihre Bevölkerung zu schützen, als auch ihre
Treibhausgasemissionen zu minimieren.“ Derzeit klafft eine große
Lücke zwischen den zugesagten 100 Milliarden USD ab 2020 und den
tatsächlich von den Industriestaaten bereitgestellten Mitteln. „Die
Hauptverursacher des Klimawandels – darunter auch die EU – müssen
sich klar zu ihrer finanziellen Verantwortung bekennen, anstatt die
Mitverantwortung von Schwellenländern vorzuschieben“, appelliert
Krenn an den EU-Ratsvorsitz.
Weitere Infos sowie Positionspapier der Allianz Klimagerechtigkeit
unter [www.klima-allianz.at] (http://www.klima-allianz.at)
Kontakte vor Ort bei der COP24 in Katowice:
Martin Krenn, Sprecher der Allianz für Klimagerechtigkeit und
Klimareferent der Koordinierungsstelle der Österreichischen
Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission, +43 676
769 8431, m.krenn@koo.at (ab 2.12. in Katowice)
Johannes Wahlmüller, Klimasprecher von GLOBAL 2000, +43 699 14 2000
41, johannes.wahlmueller@global2000.at (ab 9.12. in Katowice)
Lydia Matzka-Saboi, GLOBAL 2000 Pressesprecherin, 0699 14 2000 26, lydia.matzka@global2000.at
Christian Herret, Dreikönigsaktion, 0676 88011 1071, christian.herret@dka.at
Martin Krenn, Koordinierungsstelle der Österr. Bischofskonferenz, 0676 769 8431, m.krenn@koo.at
Stefan Müller, Österreichisches Rotes Kreuz, 0664 122 31 37, stefan.mueller@roteskreuz.at
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