Dziedzic zu Gewalt an Frauen: Kanzler Kurz muss Sofortmaßnahmen setzen

Grüne: Gewaltanstieg an Frauen in Österreich ist alarmierend

Wien (OTS) – „Selbst in einem sicheren Land wie Österreich ist
Gewalt an Frauen und Mädchen ein allgegenwärtiges Problem. Derzeit
lässt sich ein alarmierender Abwärtstrend feststellen: Mit 32
ermordeten Frauen seit Anfang 2018 liegt Österreich momentan an
Europas Spitze. 77 Morde bzw. Mordversuche an Frauen gab es in
Österreich allein im Jahr 2017. Fast zwei Drittel aller 42.079
Anzeigen wegen Tötung, Körperverletzung, sexueller Übergriffe und
Raub standen in Zusammenhang mit Beziehungstaten“, sagt Ewa
Dziedzic, Bundesrätin und Sprecherin der Grünen Frauen Österreich.

„Anstatt entgegen zu steuern und endlich konkrete Maßnahmen zu
setzen, nimmt die türkisblaue Regierung noch Kürzungen von
Fördermitteln für wichtige Einrichtungen und Mechanismen im Bereich
Gewaltschutz und Frauenberatung vor. Dabei wären eine Aufstockung
der Mittel für eine effektive Gewaltprävention, die finanzielle
Absicherung von Opferschutzeinrichtungen und ein Ausbau von
Bewusstseinskampagnen und Programmen zur opferschutzorientierter
Täterarbeit dringend notwendig“, ist sich Dziedzic sicher. Sie
prangert das Wegschauen der Regierung an: Bis heute fehlt es laut
der Bundesrätin an Frauenhausplätzen, vor allem in ländlichen
Gebieten sind Frauenhäuser oft unterfinanziert oder gar nicht
vorhanden. „Anstatt in Polizeipferde, sollte in Prävention gegen
Gewalt investiert werden. Wenn die zuständigen Minister wegschauen,
muss sich der Kanzler selbst endlich aktiv werden.“

Die Grünen erinnern anlässlich der Kampagne „16 Tage gegen
Gewalt“ daran, dass Gewalt an Frauen und Mädchen weltweit die
häufigste Menschenrechtsverletzung ist. Sie passiert in vielen
Formen und in allen Kontexten – zu Hause, am Arbeitsplatz, in der
Öffentlichkeit und im Internet. Damit Bewusstsein dafür geschaffen
wird, starten am 25. November die „16 Tage“ – eine jährliche
Kampagne zwischen dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und
dem Internationalen Tag für Menschenrechte (10. Dezember). Im Zuge
dessen finden auf der ganzen Welt Aktionen statt, um die
Öffentlichkeit für dieses Thema zu sensibilisieren und ein Zeichen
der Solidarität mit betroffenen Frauen zu setzen.

Für Dziedzic ist unbestritten: „Jeder Mensch hat das Recht auf
ein selbstbestimmtes Leben ohne Gewalt. Frauen und Mädchen
ausreichend zu schützen ist Aufgabe der Gesellschaft und vor allem
des Staates. Es braucht einen Grundkonsens in der Bevölkerung, dass
jegliche Übergriffe und Belästigungen absolut nicht zu tolerieren
sind. Dafür muss ein konsequenter Einsatz gegen sexualisierte Gewalt
jeglicher Art endlich Priorität haben. Dafür müssen sich besonders
jetzt ÖVP und FPÖ einsetzen. Von Schutz zu schwadonieren und nichts
dafür tun, ist letztklassig.“

Die Grünen
presse@gruene.at

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