
Städte der Zukunft: Technologie ist kein Alleskönner
Kombination von Strategie, Stadtplanung und Technologie als Erfolgsfaktor – Internet der Dinge und Cloud Computing werden Grundpfeiler der digitalen Infrastruktur
Wien (OTS) – Die Städte der Zukunft werden, getrieben durch neue
technologische Innovationen, smarter und vernetzter – egal ob im
Bereich Mobilität, Energie oder Wohnen. Das hat aber nicht nur
positive Effekte: Online-Shopping setzt Geschäften in der Innenstadt
zu, Airbnb sorgt für steigende Mietpreise und Uber zieht Fahrgäste
von öffentlichen Verkehrsmitteln ab. Wie Städte dennoch Vorteile aus
den aktuellen Entwicklungen ziehen können, beleuchteten Experten bei
einer Veranstaltung der Plattform „Digital Business Trends“ (DBT)
gestern, Donnerstagabend, in Wien.
„Für die Stadt der Zukunft gibt es keine Lösungsschablonen,
sondern viele Maßnahmen, die zusammengeführt werden müssen“, erklärte
Nikolas Neubert vom Austrian Institute of Technology (AIT). Notwendig
sei eine durchdachte Strategie, eine gute Stadtplanung und
Technologie. „Das wird entscheiden, wie wir leben, wie wir uns
bewegen und wie unsere Umwelt aussieht“, so Neubert. Technologie sei
wichtig, aber kein Alleskönner. Die Mehrheit der auf Smart
City-Kongressen vorgestellten Innovationen würde wieder sang- und
klanglos in der Schublade verschwinden oder massiv überschätzt. So
sei nach der Vorstellung des Segway gesagt worden, man müsse den
Elektroroller bei der Stadtplanung unbedingt mitdenken, sonst werde
man in zehn Jahren ausgelacht.
Sichtbar sei die Transformation beispielsweise schon in den
Innenstädten. „Der Onlinehandel führt dort zu massiven
Veränderungen.“ Leer stehende Erdgeschoß-Lokale würden künftig
vermutlich anders genutzt. Der Schlüssel sei, schon jetzt
nachzudenken, wie man diese Räume gestalten wolle. „Wenn manche
Funktionen, wie das Einkaufen, wegfallen, werden neue Funktionen
nachfolgen“, so Neubert. Städte seien inzwischen auch riesige
Data-Clouds. „Die Kombination von Big Data mit Künstlicher
Intelligenz bietet viele Chancen für die Stadtplanung und die
Verwaltung, etwa um Hitzeinseln durch Baumpflanzungen an den
richtigen Stellen vorzubeugen oder die Auswirkungen von
Starkniederschlägen zu minimieren.“
Zwtl.: Nutzen statt Besitzen – auch beim Auto
In zehn bis zwanzig Jahren werde es kaum mehr klassische Shops in
den Innenstädten geben, prognostizierte auch Rudolf
Mayrhofer-Grünbühel vom Car-as-a-Service-Dienstleister LeasePlan
Österreich. Fachmarktzentren hätten hier schon Vorarbeit geleistet,
dazu komme der boomende E-Commerce. Künftig werde es mehr Showrooms
beziehungsweise Windowshopping geben, der Einkauf finde dann online
statt. Große Veränderungen erwartet er auch im Bereich Mobilität.
„Wir werden elektrisch, vernetzt und autonom unterwegs sein. Bis 2030
wird niemand mehr selbst von Wien nach Salzburg fahren, wozu auch?
Man reist sicherer und gewinnt Zeit“, ist Mayrhofer-Grünbühel
überzeugt. Im Trend liege Nutzen statt Besitzen – Stichwort
Carsharing. Im beruflichen Umfeld sei das aber noch nicht angekommen.
Bequemlichkeit und Schnelligkeit werden auch beim Banking
wichtiger, etwa durch „Cloud Payments“, so Markus Gremmel von der
BAWAG P.S.K. Das gehe über das Konzept des mobilen Bezahlens weit
hinaus: „Es kommt zur Verschmelzung von Zahlprozessen mit den
Kernprozessen. Ein Pionier dabei war sicher Uber“, sagte Gremmel.
Hier zahle man beim Aussteigen automatisch in der Cloud ohne
bewussten Zahlungsvorgang. „Daran gewöhnt man sich schnell. Für
Kunden ist das angenehmer und schneller, aber auch mit einem gewissen
Kontrollverlust verbunden“, konstatierte der Experte. Würden sich
Banken nicht auf diese neuen Entwicklungen einstellen könnten sie
ersetzt werden und aus dem Prozess herausfallen.
Zwtl.: Bürger werden zu Energiehändlern
„Neue Ideen und Technologien gibt es viele, aber ob die Menschen
das annehmen, ist eine andere Sache“, meinte Wolfgang Nimführ von IBM
Österreich zu Smart City-Konzepten. Zuversichtlich ist er für den
Energiebereich. So sei der flächendeckende Einsatz von Smart Metern
nur eine Frage der Zeit. „Das ermöglicht eine ständige Kontrolle und
die Fernsteuerung. Und auch die dadurch entstehende Transparenz kann
man hier selbst bestimmen. Das Zeitalter des Energiehandels – so wie
wir heute mit Aktien handeln – steht bevor“, sagte Nimführ.
Thermostate könnten beispielsweise Heizungsentscheidungen aufgrund
schwankender Energiekosten treffen.
Grundpfeiler der „digitalen Infrastruktur“ der Smart Cities der
Zukunft seien das Internet der Dinge und Cloud Computing, ist Stefan
Nastic von der Technischen Universität (TU) Wien und Chef des
TU-Spin-offs Reinvent überzeugt. „Ohne diese Eckpfeiler riskieren
wir, dass künftige Giga-Städte zu unbewohnbaren Monsterstädten
werden“, so Nastic. Gelinge es, die technischen und
gesellschaftlichen Herausforderungen zu meistern, würden Smart
City-Anwendungen in unseren Alltag eingeflochten, „sodass wir sie
nicht mehr wahrnehmen“. Eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür
sei eine aktive Teilnahme von Forschung sowie Klein- und
Mittelbetrieben, weil sie traditionell an vorderster Front der
Innovation stehen würden.
Weitere Bilder unter:
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[Videorückblick]
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Zwtl.: Über Digital Business Trends:
Die Veranstaltungsreihe Digital Business Trends (DBT) wird
gemeinsam von [APA – Austria Presse Agentur] (http://www.apa.at/) und
[styria digital one] (http://sdo.at/) [(sd one) ]
(http://www.sdo.at/)organisiert und von Partnern (Unternehmen,
Organisationen und Medien), die den digitalen Wandel aktiv
mitgestalten wollen, getragen.
Im Rahmen von insgesamt zehn Veranstaltungen pro Jahr trifft sich
die digitale Community zum Meinungsaustausch und Networking im real
life und spricht über Markenentwicklungen, Technologien und
Innovationen.
Die Partnerunternehmen der Digital Business Trends sind:
Premium Partner:
A1 Telekom Austria AG [www.a1.net] (http://www.a1.net/)
Wissenschaftlicher Partner:
Technische Universität (TU) Wien [www.tuwien.ac.at]
(http://www.tuwien.ac.at/)
Classic Partner:
BAWAG PSK [www.bawagpsk.com] (https://www.bawagpsk.com/BAWAGPSK/PK)
Deloitte Österreich [www.deloitte.at] (http://www.deloitte.at/)
Dimension Data Austria GmbH [https://www.dimensiondata.com/]
(https://www2.dimensiondata.com/)
Fabasoft [www.fabasoft.com] (http://www.fabasoft.com/)
Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI)
[www.feei.at] (http://www.feei.at/)
HORIZONT [www.horizont.at
] (http://www.horizont.at/)IBM Österreich [www.ibm.com/at/de]
(http://www.ibm.com/at/de)
LeasePlan [www.leaseplan.com]
(http://www.dbt.at/Site/www.leaseplan.com)
Microsoft Österreich [www.microsoft.com/de-at]
(https://www.microsoft.com/de-at)
Mindshare Austria [www.mindshareworld.com/austria]
(http://www.mindshareworld.com/austria/)
Österreichische Beamtenversicherung [www.oebv.com]
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Wien Energie [www.wienenergie.at]
(https://www.wienenergie.at/eportal3/)
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