
Europas Lebensmittelwirtschaft appelliert an EU-Kommission: Maßnahmen zur Absicherung der Gentechnik-freien Produktion umsetzen!
Offener Brief: 75 Unternehmen aus 10 Ländern begrüßen Rechtsicherheit durch EuGH-Urteil
Brüssel/Wien (OTS) – 75 Unternehmen der Gentechnik-freien Lebens- und
Futtermittelwirtschaft aus 10 europäischen Ländern, darunter
Branchen-Leader wie EDEKA, REWE, SPAR, praktisch alle
österreichischen Molkereiensowie zahlreiche Fleisch- und
Futtermittelbetriebebegrüßen in einem Offenen Brief an
EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und Gesundheitskommissar
Vytenis Andriukaitis die klaren rechtlichen Zielvorgaben, die sich
aus dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs zur Neuen Gentechnik
vom 25. Juli 2018 ergeben. Sie fordern die EU-Kommission auf, die als
Folge des Urteils notwendigen Maßnahmen zur Absicherung der
Gentechnik-freien Produktion in Europa zügig umzusetzen. Die
unterzeichnenden Unternehmen haben 2017 einen Gesamtumsatz von 144,2
Mrd. Euroerwirtschaftet und beschäftigen 833.000 Mitarbeiter.
Zwtl.: Umfassender Maßnahmenkatalog zur Absicherung der
Gentechnik-freien Produktion
Die EU-Kommission müsse den Schutz des europäischen Binnenmarktes
vor Produkten, die außerhalb Europas mithilfe Neuer Gentechnik
hergestellt wurden, sicherstellen. Sie müsse dafür sorgen, dass
Nachweisverfahren für mit der Neuen Gentechnik hergestellte Produkte
zur Verfügung stehen. Sie habe Kennzeichnung, Rückverfolgbarkeit
sowie effektive Kontrollen für den Import von Agrargütern aus den
Ländern, in denen mit Neuer Gentechnik hergestellte Pflanzen angebaut
werden, zu gewährleisten. Darüber hinaus wird ein globales
Transparenzregister angeregt, das weltweit alle, alte wie neue,
gentechnisch veränderte Organismen (GVO) erfasst.
Zwtl.: EU-Gentechnik-Gesetzgebung darf nicht aufgeweicht werden!
Den aktuellen Lobby-Versuchen zur Aufweichung der bestehenden
EU-Gentechnik-Gesetzgebung müsse die EU-Kommission einen Riegel
vorschieben: „Europa benötigt kein neues Gentechnikrecht. Europa
benötigt eine ordnungsgemäße Umsetzung des geltenden
Gentechnikrechts“, erklärt Florian Faber, Geschäftsführer der ARGE
Gentechnik-frei, für die Unterzeichner. „Das EuGH-Urteil spricht eine
unmissverständliche Sprache: Auch die Verfahren der Neuen Gentechnik
unterliegen der EU-Gentechnik-Gesetzgebung; Vorsorgeprinzip,
Risikobewertung und Kennzeichnungspflicht gelten daher
uneingeschränkt.“
Mit einer Aufweichung der EU-Gentechnikgesetzgebung kämen mit
Verfahren der Neuen Gentechnik hergestellte Lebens- und Futtermittel
ungetestet und unsichtbar für Hersteller, Vermarkter und Verbraucher
auf den Markt. „Wir wollen auf keinen Fall unwissentlich GVO in
Umlauf bringen und damit das hohe Vertrauen der Konsumenten in unsere
kontrolliert Gentechnik-freien Produkte gefährden. Daher ist eine
verlässlich funktionierende Rückverfolgbarkeit, mit validen
Systemen für Nachweisverfahren, für uns unverzichtbar“,erklären die
Unternehmen in ihrem offenen Brief.
Zwtl.: „Ohne Gentechnik“ als wichtiger europäischer Qualitätsstandard
Die Lebens- und Futtermittelproduktion „Ohne Gentechnik“ ist
mittlerweile zu einem wichtigen europäischen Qualitätsstandard und
Marktfaktor geworden. Das EuGH-Urteil trägt mit dazu bei, die
substantiellen Investitionen in die Zertifizierungsprozesse
abzusichern, und es legt die Basis für weiteres Wachstum.
Aktuell gibt es in sieben EU-Ländern „ohne
Gentechnik“-Kennzeichnungssysteme, zahlreiche weitere Länder planen
entsprechende Systeme. Spitzenreiter am europäischen Markt sind
Deutschland und Österreich. Die im deutschen Verband Lebensmittel
ohne Gentechnik (VLOG)organisierten Unternehmen erwirtschaften 2018
mit mehr als 9000 Produkten einen Umsatz von über sieben Mrd. Euro.
Die Mitgliedsbetriebe der österreichischen ARGE
Gentechnik-freierzielen einen geschätzten Jahresumsatz von rd. 1,5
Mrd. Euro, mit über 3.500 als „Ohne Gentechnik hergestellt“
gekennzeichneten Produkten. In Deutschland werden 50 Prozent der
Milch, 60 Prozent des Geflügelfleisches und 70 Prozent der Eier
„ohne Gentechnik“ erzeugt. In Österreich sind die komplette Milch-
und Eierproduktion (seit 2010) sowie alles Geflügel (seit 2012)
„ohne Gentechnik hergestellt“.
[Link zum Offenen Brief]
(https://www.ots.at/redirect/ohnegentechnik)
Florian Faber
ARGE Gentechnik-frei, Geschäftsführer
f.faber@gentechnikfrei.at
Tel: +43-1-90440-603
Mob: 0664-3819502
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