Oö. Volksblatt: „Automatismen“ (von Herbert SCHICHO)

Ausgabe vom 3. Dezember 2018

Linz (OTS) – Grundsätzlich hat es Vorteile, wenn etwas automatisch
passiert. So muss man keinen Finger rühren und versäumt trotzdem
keine Fristen, wenn etwa die Stromrechnung automatisch vom Konto
beglichen wird. Und auch beim VOLKSBLATT-Abo kann man durch die
automatische Abbuchung sicher sein, dass man auch in der kommenden
Woche täglich bestens informiert ist.
Eine solche Automatik hat auch in der Politik Vorteile, zumindest
theoretisch. Denn praktisch werden etwa die Pensionen gerne etwas
mehr erhöht, als die Formel ergibt – da gibt man sich angesichts der
Millionen Wähler spendabel. Und bei den eigenen Gehältern mimen die
Politiker gerne Bescheidenheit und gönnen sich nicht die errechnete
Erhöhung – ebenfalls um Applaus zu ernten. Trotzdem haben sich durch
diese automatischen Regelungen die Debatten über Pensionserhöhung und
Politikergehälter einerseits versachlicht und andererseits die
Entscheidungen beschleunigt. Seit Jahren wird nun auch ein
Automatismus gegen die kalte Progression gefordert, um so dieses
Körberlgeld des Staates zu verhindern. Denn derzeit macht jede
Gehaltserhöhung die Schere zwischen brutto und netto größer — und das
ist nicht der Sinn einer Gehaltserhöhung.

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