
Wiener Linien: Fahrgäste nehmen Essverbot in U6 sehr gut an
3-Monatsbilanz: Nur 61 Fahrgäste mussten auf das Essverbot hingewiesen werden – deutlicher Rückgang von Müll und Essensresten in den Zügen
Wien (OTS) – Was in anderen Städten der Welt längst Alltag ist, gibt
es in Wien seit genau drei Monaten: Ein Essverbot in der U-Bahn,
genauer gesagt in der U6. Ab dem 15. Jänner wird die Maßnahme auf die
anderen U-Bahn-Linien ausgeweitet. Die Wiener Linien ziehen nach den
ersten drei Monaten eine positive Bilanz: Seit dem 1. September
mussten von den Sicherheits- und ServicemitarbeiterInnen der Wiener
Linien nur 61 Fahrgäste darauf hingewiesen werden, dass das Essen in
den Zügen der U6 verboten ist – bei 250.000 Fahrgästen täglich auf
der U6 ein verschwindend kleiner Anteil.
„Sehr viel positives Feedback, kaum essende Fahrgäste und saubere
U-Bahn-Züge: das Essverbot und die breite Info-Offensive haben
gewirkt. Das macht uns zuversichtlich, dass auch die Ausweitung auf
die anderen U-Bahn-Linien Mitte Jänner gut angenommen wird. Denn es
geht um Rücksichtnahme und das Miteinander in den Öffis“, ist
Öffi-Stadträtin Ulli Sima überzeugt. An Strafen ist aktuell nicht
gedacht, da sich die Fahrgäste an die Spielregeln halten und der
Großteil sich bislang, bei Aufforderung durch die MitarbeiterInnen
der Wiener Linien, sofort einsichtig zeigt. „Wer will schon den
Geruch einer Leberkässemmel in der überfüllten U-Bahn oder mit Nudeln
oder Ketchup verschmutzte Sitze“, so Sima, die sich an dieser Stelle
bei den Fahrgästen für ihre Mithilfe bedankt. Sie betont, dass die
Mitarbeiter der Wiener Linien stets mit Fingerspitzengefühl vorgehen
und niemand einem Kleinkind ein Kipferl oder einen Apfel wegnehme.
Über 1.000 Rückmeldungen zum Essverbot beim Kundenservice:
Positives Feedback
Seit Juli 2018 wandten sich über 1.000 Fahrgäste per Mail,
telefonisch oder persönlich an den Kundendienst der Wiener Linien.
Der überwiegende Großteil waren positive Rückmeldungen oder Fragen
zum Essverbot. Die Wiener Linien gaben Antworten auf Fragen wie
„Welche Speisen sind nicht mehr erlaubt?“, „Auf welchen Linien gibt
es das Essverbot?“ oder „Sind Kinder oder DiabetikerInnen
ausgenommen?“. Im November gab es nur mehr vereinzelt Anfragen zum
Thema Essverbot.
Essverbot sorgt für saubere U-Bahn-Züge
Auch in punkto Sauberkeit lässt sich ein deutlicher Unterschied
erkennen. Der Müll in den Waggons ist spürbar weniger geworden. Die
Reinigungskräfte müssen weniger Essensreste auf Sitzen oder Böden
einsammeln, sie beobachten auch weniger liegengelassene Verpackungen,
was zu einer Reduktion der Reinigungskosten führt. Im letzten Jahr
hat die Reinigung der U6-Züge 470.000 Euro gekostet, im ganzen
U-Bahn-Netz sind es über zwei Millionen Euro pro Jahr. Insgesamt
sammeln sich in den Zügen und in den Stationen jedes Jahr 54
Millionen Liter Müll an. „Wir stellen durch das Essverbot eine
deutliche Reduktion des anfallenden Mülls fest. Jeder Euro, der beim
Reinigen eingespart wird, kann in modernere Züge oder Stationen
investiert werden und kommt letzten Endes den Fahrgästen zugute“,
sagt Wiener-Linien-Geschäftsführerin Alexandra Reinagl.
Fahrgäste stimmten bei Online-Voting eindeutig für Essverbot
Die Öffi-Fahrgäste haben im Sommer in einer Online-Umfrage eindeutig
für das Essverbot abgestimmt, über 50.000 Menschen haben im August
die Möglichkeit genutzt, mitzubestimmen. Mehr als zwei Drittel haben
sich für ein Essverbot auf allen U-Bahnlinien ausgesprochen.
Umfassendes Maßnahmenpaket auf der U6
Das Essverbot war Teil eines umfassenden U6-Maßnahmenpakets, das
viele Verbesserungen für die Fahrgäste brachte. Neben
Klima-Nachrüstung, Sonnenschutzfolien und Lüftungskiemen in den
heißen Monaten, wurden außerdem Bodenmarkierungen auf den Bahnsteigen
für schnelleres Ein- und Aussteigen angebracht, Stationen und
Fahrzeuge modernisiert, sowie die Sauberkeitsmaßnahmen intensiviert.
Alle Infos zum U6-Maßnahmenpaket finden Sie auf
[www.wienerlinien.at/u6-paket] (http://www.wienerlinien.at/u6-paket)
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