
60% fossil: Wärmeversorgung hat Schlüsselrolle für Klimaschutz und Energiewende
Klima- und Energiefonds und Erneuerbare Energie Österreich präsentieren neuen Faktencheck zum Energiesystem
Wien (OTS) – Ein nachhaltiges Energiesystem ist nicht nur
klimafreundlich, sondern stärkt die heimische Wirtschaft, reduziert
die Preisrisiken und dient dem Schutz unserer Gesundheit. Das
bestätigt der „Faktencheck Energiewende 2018/2019“, den der Klima-
und Energiefonds und Erneuerbare Energie Österreich heute
präsentierten. Bereits zum fünften Mal räumen die Herausgeber mit
aktuellen Mythen rund um die Energieversorgung der Zukunft auf, ein
Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe gilt dem Wärmesektor.
Zwtl.: Ohne Wärmewende keine Energiewende
„Die Augen der Weltöffentlichkeit sind derzeit auf die
Klimakonferenz im polnischen Katowice gerichtet. Es geht um die
Entscheidung, ob der Klimavertrag von Paris mit Leben erfüllt und
konkrete Maßnahmen beschlossen werden können. Allen ist klar: Die
Klimaveränderung hat schon jetzt dramatische Folgen. Nur durch
rasches Handeln können wir die Klimakatastrophe verhindern“, betont
Ingmar Höbarth, Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds. „Unser
Faktencheck beweist: Eine tragende Rolle kommt dabei dem Wärmesektor
zu. Dieser ist für mehr als die Hälfte des österreichischen
Endenergieverbrauchs verantwortlich und wird zu knapp 60 Prozent von
fossiler Energie abgedeckt. Die Wärmewende ist daher ein zentraler
Baustein für eine Energiewende im Sinne der Pariser Klimaziele.“ Wie
wichtig die Erreichung des 1,5 Grad-Zieles ist und mit welchen
drastischen Konsequenzen ein globaler Temperaturanstieg von 2 Grad
verbunden ist, demonstriert der kürzlich veröffentlichte
Sonderbericht des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change).
Zwtl.: Erneuerbare unterliegen geringeren Preisrisiken als Fossile
Dass gerade der Bereich der Räumwärme großes Potential für den
Einsatz von Erneuerbaren bietet, formuliert auch die Klima- und
Energiestrategie #mission2030 der Bundesregierung. Im Einklang mit
den Pariser Klimazielen ist ein Schwerpunkt der #mission2030 daher
zunächst ein langfristiger, sozial verträglicher und vollständiger
Umstieg von Ölheizungen auf erneuerbare Energieträger. „Saubere
erneuerbare Energien beim Heizen schaffen ein reines Umweltgewissen
und vermeiden das Lotteriespiel stark schwankender Kosten für Öl und
Gas aufgrund der Spekulationen auf den internationalen Märkten,“
stellt Peter Püspök, Präsident Erneuerbare Energie Österreich, fest.
„Anfang Oktober 2018 lag der Ölpreis der Sorte Brent mit über 80 US$
pro Barrel so hoch wie seit drei Jahren nicht mehr. Die Ausgaben für
fossile Importe steigen seit einigen Jahren wieder. 2017 haben wir in
Österreich brutto 10,7 Mrd. Euro für die Energieeinfuhr ausgegeben.
Nach unseren aktuellen Berechnungen ist 2018 mit Importkosten von
über 12 Mrd. Euro zu rechnen,“ unterstreicht Klima- und
Energiepolitikexperte Georg Günsberg.
Zwtl.: Erneuerbare Wärmezukunft spart Heizkosten und schafft
Arbeitsplätze
Der Faktencheck belegt anhand zahlreicher Studien, dass der
klimafreundliche Umbau unseres Energiesystems eine der größten
wirtschaftlichen Chancen überhaupt ist. Die von Erneuerbare Energie
Österreich in Auftrag gegebene TU-Studie „Wärmezukunft 2050“ zeigt,
dass der Gesamtenergieeinsatz durch thermische Sanierung und
effiziente Heizungsanlagen auf Basis Erneuerbarer um 50 Prozent
reduziert werden und der Einsatz fossiler Energien beinahe
vollständig verdrängt werden kann. „Durch die Wärmewende könnten wir
in Österreich jährlich bis zu 3 Mrd. Euro an Heizkosten sparen,“
unterstreicht Peter Püspök. Eine entscheidende Rolle neben der
Mobilitätsinfrastruktur spielt dabei die Energieinfrastruktur,
insbesondere die Wärmeversorgung. Davon können unter anderem die
stark exportorientierten heimischen Technologieanbieter profitieren.
„Die Energiewende ist das wichtigste Investitionsprogramm für unsere
Wirtschaft der nächsten Jahre und Jahrzehnte. Zusätzliche
Investitionen in thermische Sanierung sowie der Umstieg von fossilen
Heizsystemen auf erneuerbare bringen diesen Branchen einen jährlichen
Beschäftigungszuwachs von 2,5 Prozent im Zeitraum von 2020 bis 2030
und von 2,4 Prozent zwischen 2030 und 2040. Die Zahl der
Arbeitsplätze würde allein durch den österreichischen Heimmarkt von
27.000 (vor 2020) auf über 40.000 (in den Jahren 2030-2040) steigen.“
Zwtl.: Klimaschutz zum Schutz unserer Gesundheit
„Der Faktencheck zeigt ganz klar, dass Klimaschutz,
Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze Hand in Hand gehen.
Gleichzeitig bedeutet Klimaschutz auch den Schutz unserer
Gesundheit,“ hebt Ingmar Höbarth hervor und verweist dabei auf den im
September erschienenen Sachstandsbericht zum Thema Gesundheit,
Demographie und Klimawandel, der vom Klimafonds beauftragt wurde. Das
Sommerhalbjahr 2018 war in Österreich das heißeste seit Beginn der
Aufzeichnungen im Jahr 1767. Aktuelle Modelle für die weitere
Entwicklung des Klimas lassen deutlich steigende Risiken für die
Gesundheit erwarten. „Neben intensiveren Hitzeperioden, Bränden und
Überschwemmungen nimmt auch die Häufigkeit übertragbarer Krankheiten
in Europa zu. Wir müssen jetzt unsere Kräfte bündeln, um damit sowohl
unsere Lebensgrundlage als auch die nachfolgenden Generationen zu
bewahren.“
Zwtl.: Der Faktencheck: Trendbarometer, Argumentarium,
Nachschlagewerk
Der „Faktencheck Energiewende 2018/2019“ bietet eine umfassende
Aufarbeitung der aktuellsten Daten, Fakten und Argumente in der
klima- und energiepolitischen Diskussion. Er zeigt auf Basis
internationaler Studien in zehn Kapiteln wirtschaftliche und
ökologische Trends und entkräftet mit Fakten die gängigsten Mythen
rund um das Thema „Energiewende“. Ein besonderer Schwerpunkt gilt
diesmal dem Wärmesektor, und hierbei vor allem dem Bereich
Raumwärme/Warmwasser. In innovativer, multimedialer Aufbereitung ist
er als Print- und Onlineversion Argumentationsleitfaden,
Nachschlagewerk und Wegweiser für die notwendigen Weichenstellungen
in den Bereichen Klimaschutz und Energiepolitik. Der Faktencheck
Energiewende wird vom Klima- und Energiefonds und Erneuerbare Energie
Österreich herausgegeben. Inhaltlich wurde der Faktencheck vom Klima-
und Energiepolitikexperten Georg Günsberg ausgearbeitet.
Der „Faktencheck Energiewende 2018/2019“ steht unter diesem Link
zum Download bereit: [https://www.ots.at/redirect/Faktencheck
Energiewende]
(https://www.ots.at/redirect/Faktencheck%20Energiewende)
Weitere Bilder in der [APA-Fotogalerie]
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Klima- und Energiefonds
Mag. Katja Hoyer
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katja.hoyer@klimafonds.gv.at
www.klimafonds.gv.at
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