
JETZT/Holzinger: CBD-Erlass des Gesundheitsministeriums mit Vorsicht zu genießen
Der Umgang mit Cannabinoiden muss klar geregelt sein – für PatientInnen soll ein Zugang zur vielversprechenden Schmerztherapie ermöglicht werden
Wien (OTS) – Der aktuelle Hype rund um den populären, nicht
psychoaktiven Inhaltsstoff der Cannabispflanze – CBD (Cannabidiol) –
dürfte ein jähes Ende finden. So hat das Gesundheitsministerium vor
wenigen Tagen einen Erlass an die Landeshauptleute und die
Österreichische Agentur für Ernährungssicherheit (AGES)
herausgegeben. Ziel des Erlasses ist es, den Verkauf der CBD-Blüten
als auch die Produktion und den Verkauf von Lebensmitteln unter
Beigabe von CBD einstweilen auf dem Verwaltungsweg zu untersagen, da
diese ein Zulassungsverfahren auf Basis der Novel-Food-Verordnung der
Europäischen Union bedürfen. Ein zweischneidiges Schwert wie
JETZT-Gesundheitssprecherin Daniela Holzinger meint: „Aktuell gibt es
einen regelrechten CBD-Hype, der sich auch damit begründen lässt,
dass scheinbar plötzlich frei erhältlich ist, was noch vor kurzem als
illegal verpönt war – ein Produkt der Hanfpflanze. Aufgrund der
steigenden gesellschaftlichen und auch wirtschaftlichen Relevanz des
Stoffes ist es aber nur konsequent, dieselben Maßstäbe anzulegen wie
sie für alle neuartigen Lebensmittel zu gelten haben.“
Laut Holzinger gehe es dabei auch um die Sicherstellung des
Konsumentenschutzes und des Schutzes der Gesundheit, da ohne
entsprechende Regulierung niemand sagen könne, unter welchen
Bedingungen ein Produkt hergestellt wurde, welche Inhaltsstoffe es
aufweise und ob es mit Rückständen aus der Produktion belastet wäre.
Klar von dieser Frage zu trennen sei jedenfalls die medizinische
Anwendung wie Holzinger erneut klar macht: „Wir wissen heute, dass
Cannabinoide – dazu gehört neben CBD auch das psychoaktive THC – eine
ganze Bandbreite vielversprechender, medizinischer
Einsatzmöglichkeiten aufweisen. Insbesondere etwa zur Behandlung
chronischer Schmerzen oder unterstützend bei Tumorerkrankungen. Mir
geht es deshalb darum, eine seriöse Debatte darüber zu führen, wie
wir PatientInnen den Zugang zu dieser vielversprechenden
Behandlungsmöglichkeit eröffnen können. Natürlich immer unter
ärztlicher Aufsicht.“
Auf Initiative der JETZT-Gesundheitssprecherin wurde das
Ministerium mit der Erstellung eines Berichts über die
therapeutischen Einsatzmöglichkeiten der Cannabispflanze bis Ende des
Jahres beauftragt. Ein Schritt in die richtige Richtung wie Holzinger
findet: „Es war ein wichtiges parlamentarisches Signal, dass dieser
Beschluss einstimmig gefasst werden konnte. So geht es hier nicht um
einen ideologischen Grabenkampf, sondern darum, Patientinnen und
Patienten die bestmögliche medizinische Behandlung zukommen zu lassen
und dabei spielt Medizinalhanf eine wichtige Rolle.“
Parlamentsklub JETZT
Eva Kellermann
Pressesprecherin
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