UNESCO-Weltbildungsbericht im Parlament präsentiert

Parlamentarische Peergruppe diskutierte über strukturelle Benachteiligung von SchülerInnen mit Migrationshintergrund

Wien (PK) – In Vertretung von Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka
begrüßte Parlamentsdirektor Harald Dossi heute zur Präsentation des
„Global Education Monitoring Reports 2019“ im Palais Epstein. Der
diesjährige UNESCO-Weltbildungsbericht widmet sich den vielfältigen
weltweiten Chancen und Herausforderungen im Zusammenhang mit
Migration und Bildung. Das Ergebnis des diesjährigen Berichts: Kinder
von Geflüchteten erfahren strukturelle Benachteiligungen im
Bildungsbereich. Die Fortschritte bei der Umsetzung des globalen
Nachhaltigkeitsziels der Vereinten Nationen zur Sicherstellung
inklusiver, chancengerechter und hochwertiger Bildung werden jährlich
evaluiert.

Parlamentsdirektor Dossi informierte, dass im österreichischen
Parlament aktiv versucht wird, zum Thema Migration im Bildungskontext
beizutragen. Das Hohe Haus stellt etwa Unterrichtsmaterialien für neu
in Österreich angekommene Menschen zur Verfügung, außerdem werden in
der Demokratiewerkstatt Workshops mit jungen Geflüchteten angeboten.
Mit Bildung, die eine zentrale Rolle im Leben einnehme, könne auch
der Zusammenhalt von Menschen unterschiedlicher Kulturen gefördert
werden, betonte er.

Die Generalsekretärin der Österreichischen UNESCO-Kommission Gabriele
Eschig sowie UNESCO-Experte Bilal Barakat erläuterten die Ergebnisse
des Berichts mit dem Titel „Migration, Flucht und Bildung – Brücken
bauen statt Mauern“. Anhand von aktuellen Forschungsergebnissen sowie
praktischen Erfahrungen wurde dargelegt, dass Kindern von
Geflüchteten sowie MigrantInnen das Recht auf hochwertige Bildung in
vielen Ländern der Welt noch nicht hinreichend gewährt wird. Auch in
den westlichen Industriestaaten gebe es einiges an Nachholbedarf,
sagte Eschig. In Österreich sei das Recht auf Bildung für Geflüchtete
laut Bakarat nicht gegeben. Staaten sollten Bildung unabhängig vom
Aufenthaltstitel gewährleisten, meinte er. Das Autorenteam des
UNESCO-Weltbildungsberichts fordert daher dazu auf, die Einbindung
von MigrantInnen und Geflüchteten in nationale Bildungssysteme zu
sichern und empfiehlt, Bildung im Bereich der Entwicklungshilfe zu
unterstützen. Aus Expertensicht könne dies nur durch internationale
Zusammenarbeit gelingen.

Die Nationalratsabgeordneten Nico Marchetti (ÖVP), Eva Maria
Holzleitner (SPÖ), und Stephanie Cox (JETZT) diskutierten
anschließend mit VertreterInnen des Bildungsministeriums, der
Universität Innsbruck und des Vereins „PROSA“ (Projekt Schule für
alle) über die strukturelle Benachteiligung von SchülerInnen mit
Migrationshintergrund und erläuterten Möglichkeiten, den Zugang zu
hochwertiger Bildung weiter zu öffnen. Dabei wurde auch die Bedeutung
der Zusammenarbeit mit anderen Ländern hervorgehoben.

Parlamentarische Peergruppe fördert bilateralen Austausch

Im Rahmen des parlamentarischen NordSüdDialogs bilden die
Abgeordneten Marchetti, Holzleitner und Cox gemeinsam mit vier
Abgeordneten des sambischen Parlaments eine „parlamentarische
Peergruppe“, wo in ständigem Austausch an der Förderung der
nationalen Rahmenbedingungen zur Erreichung des nachhaltigen
UN-Bildungsziels gearbeitet wird. Der parlamentarische NordSüdDialog
beschäftigt sich seit über 10 Jahren mit der Stärkung der bilateralen
Zusammenarbeit internationaler Parlamente. Seit Beginn des Jahres
2017 besteht eine enge Kooperation mit der Nationalversammlung von
Sambia. Die Abgeordneten der parlamentarischen Peergruppe
beschäftigen sich damit, inklusive, chancengerechte und hochwertige
Bildung sowie Möglichkeiten zum lebenslangen Lernen sicherzustellen.
Es haben bereits mehrere gegenseitige Arbeitsbesuche stattgefunden,
weitere sind geplant. Aktuell steht die Stärkung politischer
Partizipation von Kindern und Jugendlichen im Mittelpunkt des
Projekts. Ein Ziel ist die Erstellung eines demokratiepolitischen
Bildungsprogramms für Sambia. (Schluss) fan

HINWEIS: Fotos von dieser Veranstaltung finden Sie auf der Website
des Parlaments unter www.parlament.gv.at/SERV/FOTO/ARCHIV.

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