
ÖAMTC zu CO2-Reduktions-Ziel: Für 2025 wäre mehr drin gewesen
Ziele für 2025 wenig ambitioniert, für 2030 möglicherweise überambitioniert
Wien (OTS) – Gestern, Montag, haben sich EU-Rat, Europa-Parlament und
Kommission geeinigt, die Autohersteller zu verpflichten, bis 2030 den
CO2-Ausstoß von neuen Pkw um 37,5 Prozent zu reduzieren.
Zwischenschritt auf dem Weg dorthin ist eine Reduktion um 15 Prozent
bis 2025. Der ÖAMTC begrüßt zwar generell den Ansatz, die
Automobilhersteller durch herausfordernde CO2-Flottenziele in die
Pflicht zu nehmen, damit später nicht die Konsumenten die Zeche
zahlen. Inhaltlich hält der Mobilitätsclub den nun getroffenen
Kompromiss jedoch für mäßig sinnvoll. „Setzt sich der Rückgang der
CO2-Emissionen bei Neufahrzeugen wie bisher fort, erscheinen die 15
Prozent Einsparungen bis 2025 wenig ambitioniert. Die für 2030
vorgesehene CO2-Reduktion um 37,5 Prozent ist hingegen möglicherweise
überambitioniert“, kritisiert Bernhard Wiesinger, Leiter der
ÖAMTC-Interessenvertretung.
Laut Wiesinger könne derzeit niemand präzise vorhersagen, wie rasch
technische Weiterentwicklungen und neue Antriebe in den kommenden
Jahren vom Markt angenommen werden. Das hochgesteckte Flottenziel für
2030 wirke möglicherweise wie eine versteckte E-Auto-Quote. „Wenn
sich die Nachfrage nach Batterie-Fahrzeugen nicht wie erhofft
entwickelt, werden die Hersteller – um ihr Flottenziel zu erreichen –
herkömmliche Antriebe künstlich verteuern und so das Kaufinteresse
auf E-Autos umlenken“, befürchtet der ÖAMTC-Interessenvertreter.
„Dadurch können Marktverzerrungen entstehen, für die letztlich der
Konsument bezahlt.“
Zwtl.: Mobilitätsclub kritisiert prozentuelle Absenkungsziele
Auch die Festlegung von prozentuellen Absenkungszielen sieht der
Mobilitätsclub kritisch. „Im Referenzjahr 2021 – darauf beziehen sich
alle Reduktionsziele – fordert man Tricksereien geradezu heraus. Es
würde für jeden Hersteller Sinn machen, in diesem Jahr den
Flottenausstoß hochzutreiben, damit die Reduktionsziele in den
Folgejahren leichter zu erreichen sind“, erklärt Wiesinger. „Daher
hat der Mobilitätsclub gemeinsam mit seinem internationalen
Dachverband FIA für 2025 ein konkretes Emissionsziel von 70g CO2/km,
berechnet auf NEFZ-Basis, vorgeschlagen. Das wäre ein ambitioniertes,
aber erreichbares Ziel. Der Zielwert für 2030 sollte erst um das Jahr
2025 festgelegt werden.“ Überdies sollte künftig bei der Festlegung
von Flottenzielen der CO2-Ausstoß eines Kraftfahrzeuges über seinen
gesamten Lebenszyklus – von der Produktion bis zur Verschrottung –
berücksichtigt werden.
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