Pressestimme zum Vorschlag einer Steuer auf Bodenwertzuwachs:

Frankfurt (ots) – Die Frankfurter Rundschau kommentiert den Vorschlag der SPD-Spitze, Zuwächse beim Bodenwert zu besteuern:

Es wird sich bestimmt jemand finden, der das für einen unzulässigen Eingriff in Eigentumsrechte hält: pfui, Sozialismus! Dabei geht es nur darum, die schlimmsten Folgen eines kaum gezügelten Kapitalismus abzumildern.
Wenn ein Aspekt grundsätzliche Kritik verdient, dann dieser: Steuern und Mietendeckel können nicht rückgängig machen, was früher angerichtet wurde, auch unter Mitwirkung der SPD. Millionen Sozialwohnungen wurden privatisiert, also den Marktkräften überlassen, die die SPD-Vorsitzenden jetzt bändigen wollen. Ähnlich sieht es mit freien Flächen aus, die oft einfach meistbietend zu Geld gemacht wurden.
Es ist gut, wenn Esken und Walter-Borjans die Auswüchse der Spekulation bekämpfen wollen. An die Wurzel – die privatkapitalistische Verfügung über das Gemeingut Boden – reichen ihre Ideen noch nicht.

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