Creditreform PRIVATINSOLVENZSTATISTIK 2019: 43 Insolvenzen pro Werktag

Privatkonkurse sinken in Österreich weiterhin

Wien (OTS) – Die endgültigen Zahlen der Creditreform Privatinsolvenzstatistik für das Jahr 2019 zeigen einen Rückgang bei den Insolvenzen von Privatpersonen um fast 5% auf ca. 10.800 Verfahren. Die Anzahl der eröffneten Schuldenregulierungsverfahren ist hierbei um knapp 4% auf rund 9.700 Verfahren gesunken, die mangels Vermögen abgewiesenen Insolvenzanträge sind sogar um über 9% auf 1.086 Fälle zurückgegangen. Die Durchschnittsverschuldung liegt bei rund 70.000 Euro. Ehemals Selbständige, die rund ein Viertel aller Betroffenen ausmachen, haben laut Schuldnerberater durchschnittlich 124.000 Euro an Schulden angehäuft. Die von Creditreform im Herbst 2019 befragten rund 1.700 Gläubiger sehen als häufigste Insolvenzursachen den Verlust des Arbeitsplatzes, den sorglosen Umgang mit Geld und Ehescheidungen.

Bundesländervergleich: 16 von 10.000 Erwachsenen sind
insolvent

Ein Bundesländer-Vergleich zeigt den stärksten Rückgang in Vorarlberg (-27,1%), gefolgt von Tirol (-13,6%) und dem Burgenland (-10,4%). Entgegen dem Österreichtrend sind die Insolvenzen in zwei Bundesländern angestiegen: in Salzburg (+4,2%) und in Wien (+3,5%). 36% aller Privatinsolvenzen finden in der Bundeshauptstadt statt, die auch Spitzenreiter bei der absoluten Zahl an Insolvenzen (3.902 Fälle) wie auch bei der relativen Insolvenzbetroffenheit ist: 28 von 10.000 erwachsene Wiener mußten den Gang zum Insolvenzgericht antreten. Österreichweit wurden hingegen 16 von 10.000 Erwachsenen zahlungsunfähig.

Conclusio 2019 – Ausblick 2020

Gute Arbeitsmarkt- und Konjunkturdaten sowie eine Normalisierung bei der Insolvenzantragsstellung nach der Reform des Privatinsolvenzrechts 2017, die eine schnellere und einfachere Entschuldung ermöglicht, haben zu einem starken Rückgang der Verfahren geführt. Für das laufende Jahr ist aufgrund der robusten Wirtschaftslage eine Stabilisierung der Privatinsolvenzen bei rund 10.000 Fällen zu erwarten.

Erfreulich ist, dass nun auch die Stadt Wien auf das Thema Finanzbildung aufmerksam wurde und zusammen mit der Bildungsdirektion Wien und der Schuldnerberatung Wien ab März einen Pilotversuch an ausgesuchten Wiener Schulen startet. Schülern soll dabei das Einmaleins über das Finanz- und Kreditwesen beigebracht werden. Wünschenswert wäre eine Ausdehnung auf alle Schulen, unabhängig von Schultyp, Alter der Schüler und Bundesland. Immerhin sehen fast 32% der von Creditreform im Herbst befragten Gläubiger die Ursache für Privatinsolvenzen in mangelnder Bildung. Das Wissen um seine Finanzen schützt vor Überschuldung und ist somit die beste Insolvenzprophylaxe.

Österreichischer Verband Creditreform
Mag. Gerhard M. Weinhofer
Geschäftsführer
+4367683218290
g.weinhofer@wien.creditreform.at
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