„dokFilm“-Premiere am Weltfrauentag: „Hollywood.Macht.Frauen.“

Dokumentation über Ungleichbehandlung der Geschlechter in der Film-Traumfabrik – produziert von Geena Davis

Wien (OTS) – Im Rahmen des Programmschwerpunkts zum Internationalen Tag der Frau (Details unter presse.ORF.at) zeigt die von Filmstar Geena Davis produzierte neue Dokumentation „Hollywood.Macht.Frauen.“ im „dokFilm“ am Sonntag, dem 8. März 2020, um 23.05 Uhr in ORF 2, wie weibliche Superstars dafür kämpfen, dass sich Frauen in Hollywood mehr Gehör verschaffen und auf der Leinwand sichtbarer werden – schließlich ist die Film-Traumfabrik die wirkungsmächtigste Erzählstimme der Welt. Die digitalen Geschichten, die zu Zelluloid gewordenen Träume, die hier fabriziert und rund um den Globus gesehen werden, haben Einfluss darauf, wie wir die Welt erleben und wie wir uns selbst sehen. Es macht einen gewaltigen Unterschied, ob junge Mädchen – ebenso wie erwachsene Frauen – Identifikationsfiguren auf der Leinwand und dem TV-Bildschirm vorfinden – oder eben nicht. Immer noch sind es viel zu wenig Heldinnen, die in einem Hollywoodfilm siegreich aus einem Konflikt gehen. Und immer noch gibt es in Hollywood wenig Frauen, die Drehbücher schreiben und Regie führen. Filmemacher Tom Donahue untersucht in „Hollywood.Macht.Frauen.“ (im Original: „This Changes Everything“) die Geschlechterungleichbehandlung in Hollywood und holte dafür u. a. Erfahrungsberichte namhafter Schauspielerinnen wie Meryl Streep, Cate Blanchett und Reese Witherspoon ein.

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Hollywoods Kreative heften sich gern ein liberales Fähnchen ans Revers: Man kämpfe für Diversität, für die Rechte von Minderheiten – und selbstverständlich für Gendergerechtigkeit. Empirisch belegte Tatsache freilich ist: Frauen haben nicht viel zu reden in Hollywood. Nicht einmal ein Drittel der Sprechrollen ist mit Frauen besetzt. 2018 wurden nur acht Prozent der einspielstärksten Produktionen von Frauen inszeniert – das bedeutete sogar eine Verschlechterung gegenüber dem Jahr davor um drei Prozentpunkte. Datenmaterial wie dieses sammelt Leinwandheldin Geena Davis in ihrem eigenen Institut und konfrontiert damit die Studiobosse.

Geena Davis war es immer ein wichtiges Anliegen, ihren Kindern zu vermitteln, dass die Geschlechter absolut gleichberechtigt sind. Als sie das Kinderprogramm im US-Fernsehen auf diesen Aspekt hin abklopfte, beschlich sie das beunruhigende Gefühl, dass Mädchen darin massiv unterrepräsentiert seien. Um Gewissheit zu erlangen, gründete sie vor rund 15 Jahren das Geena Davis Institute on Gender in Media. Und siehe – das Resultat war schockierend eindeutig: Die gläserne Decke für Frauen in Hollywood ist aus Panzerglas. Erst fünfmal in der Geschichte der Academy Awards wurde eine Frau für einen Regie-Oscar nominiert, Kathryn Bigelow ist die bisher einzige Preisträgerin. Und erst einmal wurde ein Golden Globe für die beste Regie an eine Frau vergeben: an Barbra Streisand für ihren Film „Yentl“. Das war vor mehr als 35 Jahren.

Geena Davis ist Produzentin von „Hollywood.Macht.Frauen.“ und hat viel Datenmaterial für die Dokumentation zur Verfügung gestellt. Frustrierend sei, wie wenig sich an der Situation ändere – trotz bewusstseinsbildender Initiativen wie #TimesUp und #MeToo. Immer wenn starke Kinoheldinnen für fulminante Einspielergebnisse sorgten, prophezeiten Filmkritiker/innen und weibliche Filmschaffende den großen Paradigmenwechsel: Als Geena Davis an der Seite von Susan Sarandon in „Thelma & Louise“ eine moderne Freibeuterin spielte, hieß es, dies werde alles verändern. Nicht anders war die Euphorie rund um „The First Wives Club“, in dem sich Goldie Hawn, Bette Midler und Diane Keaton gegen ihre untreuen Männer verschwören. Und groß war der Jubel um die starken Frauen in „Hidden Figures“. Doch nichts änderte sich an der Unterrepräsentation von Frauen in Hollywood. Mutlos ist Davis dennoch nicht. Sie bemerkt ein allmähliches Umdenken bei Bossen und Produzenten, wenn man ihnen die nackten Fakten vor Augen hält.

Es ist ein – natürlich überwiegend weibliches – Superstar-Ensemble, das in der von Tom Donahue gestalteten Dokumentation von persönlichen wie professionellen Erfahrungen in der Filmindustrie spricht, darunter Natalie Portman, Jessica Chastain, Reese Witherspoon, Cate Blanchett und Meryl Streep.

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