
Anderl zur fortgesetzten Schulsperre: „Mehr tun, damit jedes Kind eine gerechte Chance hat“
Überdies 3.000 Jugendliche in Gefahr, dass ihre Lehre ohne Abschluss ausläuft – Nachteile müssen ausgeglichen werden
Wien (OTS) – „Mehr tun, damit jedes Kind eine gerechte Chance hat“, fordert AK Präsidentin Renate Anderl zu den heutigen Ankündigungen des Bildungsministers. „Die aktuellen Schulsperren verschärfen die Ungerechtigkeiten im Schulsystem. Es darf nicht sein, dass Kinder mit schwierigem Lernumfeld daheim jetzt noch weiter ins Hintertreffen geraten.“ Vor allem müssten LehrerInnen direkt Kontakt mit den SchülerInnen aufnehmen, zu denen der Kontakt auf anderen Wegen abgerissen ist. Die Schulen sollten Kindern aus schwierigen Verhältnissen direkt anbieten, in die Schule zu kommen. Und gerade Lehrlinge in systemrelevanten Berufen, die jetzt nicht in die Berufsschule gehen dürfen, müssen auch ein Abschlusszeugnis bekommen können.
Auf Basis der Berechnungen der AK zu ihrem Modell der Schulfinanzierung nach Chancenindex ist schon jetzt klar, welche Schulen aufgrund der sozialen Lage ihrer SchülerInnen besondere Herausforderungen haben. Anderl: „Gerade diese Schulen müssen bevorzugt werden, wenn es um Unterstützung der Kinder geht.“
Die Kinder brauchen vor allem Unterstützung beim Lernen. Auf Wunsch ihrer Eltern sollen bei der Kontaktaufnahme durch SozialarbeiterInnen, von der der Bildungsminister berichtet hat, auch die LehrerInnen der Kinder dabei sein. Ebenso müssen die Kinder aus schwierigen Verhältnissen als erste mit den elektronischen Geräten fürs Lernen ausgestattet werden, die der Bildungsminister versprochen hat.
Die Schulen sollen überdies offensiv anbieten, dass Kinder bei Bedarf auch im Schulgebäude betreut werden: Das gilt insbesondere, wenn die Familien zu Hause zu wenig Platz haben und die Eltern untertags schon jetzt oder demnächst wieder arbeiten gehen müssen. Kinder brauchen soziale Kontakte. Wenn sie in der Schule etwa in Kleingruppen betreut werden, werden sie beim Lernen gefördert und können sich mit den anderen Kindern austauschen – natürlich unter Wahrung des höchstmöglichen Gesundheitsschutzes.
Was die Lehrabschlussprüfung betrifft, gilt schon lange: Die theoretische Prüfung müssen nur Lehrlinge machen, die keinen positiven Abschluss der Berufsschule haben. Lehrlinge in systemrelevanten Berufen müssen aber jetzt arbeiten und werden derzeit nicht von der Firma für den Berufsschul-Unterricht freigestellt. Für sie fordert die Arbeiterkammer: Sie sollen trotzdem ein Zeugnis der Berufsschule bekommen können – wobei ihr spezieller Einsatz in der Corona-Krise zusätzlich vermerkt werden soll.
Anderl: „Lehrlinge, die in der Corona-Krise tatkräftig mithelfen, dürfen nicht draufzahlen, weil sie jetzt nicht am Berufsschulunterricht teilnehmen dürfen, ausschließlich arbeiten müssen oder ihre Lehrabschlussprüfung verschoben wird.“
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