Stammler: Farm to Fork und Biodiversitätsstrategie mit Inhalten füllen

Grüne: Das Klima rettet man mit Handeln, nicht mit Reden

Wien (OTS) – Mit der Farm to Fork und Biodiversitätsstrategie bestätigt die Europäische Kommission den im Regierungsprogramm zwischen Türkis/Grün vereinbarten Weg für eine regionale, nachhaltige und vielfältige Landwirtschaft.

Österreich hat als Nation den größten Anteil an Biobetrieben innerhalb Europas. Das Bild der österreichischen Landwirtschaft unterscheidet sich wesentlich von jenem Deutschlands, Frankreichs und Belgiens. Nicht die Agroindustrie dominiert das Landschaftsbild, sondern noch, wenn auch ums Bestehen kämpfende, Familienbetriebe.

„Agrarpreise sind Weltmarktpreise. Die Bäuerinnen und Bauern unseres Landes stehen somit mit hochwertiger, kleinräumiger Produktion den Agrarriesen der Welt gegenüber,“ stellt der Obmann der Grünen Bäuer*innen klar. Und weiter: „Die Skepsis der Landwirtschaftsministerin, dass der Weg Österreichs für Europa untauglich wäre, ist unverständlich. Die Forderung Köstingers nach einer Studie zu Wirtschaftsauswirkungen und Auswirkungen auf die Ernährungssicherheit wurde bereits von der Wissenschaft erfüllt.“

Die angesprochene Studie von Schlatzer und Lindthal von der BOKU Wien aus dem Jahr 2019 stellt fest, dass eine hundertprozentige Versorgung Österreichs mit heimischen, biologisch hergestellten Lebensmitteln möglich ist. Eine Voraussetzung ist dafür: Entweder die vermeidbaren Lebensmittelabfälle werden um 25 Prozent reduziert oder der Fleischkonsum um 10 Prozent.

„Außerdem stellen Studien klar, dass ein ‚Weiter wie bisher‘ zu Versalzung führt, was wiederum die Wasserspeicherfähigkeit beeinflusst und zu einer zunehmenden Unfruchtbarkeit der Boden führt“, unterstreicht Stammler die Notwendigkeit umzulenken. Durch den quantitativen Bodenverbrauch im Jahr 2019 gingen täglich 13 Hektar verloren, davon gehen 4 Hektar dauerhaft durch Versiegelung pro Tag verloren. Der produktive Verlust an Böden in Österreich im Jahr 2019 betrug 44 km2 pro Jahr.

„Ich freue mich über die Erkenntnis der Europäischen Kommission und erwarte mir ein aktives, nicht bremsendes Österreich, um den Überschriften Farm-to-Fork und Biodiversitätsstrategie Inhalte zu geben. Es ist die Verantwortung der Agrarpolitik, die Landwirtschaft bei der Rettung des Klimas zum Teil der Lösung und nicht zum Teil des Problems zu machen,“ sagt der Obmann der Grünen Bäuer*innen abschließend.

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