
WKÖ: Investitionspaket Klimaschutz ist ein „Wirtschaftsturbo“
Sanierungen, Sonnenstrom, Reparaturen: Gewerbe und Handwerk begrüßen ambitioniertes Paket
Wien (OTS) – Wirtschaft und Klimaschutz sind kein Widerspruch, ganz im Gegenteil: Klug eingesetzte Mittel tragen zum Erreichen der Klimaziele bei und können zugleich den Unternehmen, die nach dem Corona-Lockdown schwer angeschlagen sind, einen Weg aus der Krise weisen. „Intelligent verwirklichter Klimaschutz ist ein Investitions-und Wirtschaftsturbo“, betont Renate Scheichelbauer-Schuster, Obfrau der Bundessparte Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).
Das Investitionspaket für den Klimaschutz, das am Mittwoch den Ministerrat passierte, leistet dazu aus Sicht der Wirtschaft einen höchst willkommenen Beitrag.
In den Jahren 2021 und 2022 sind nun insgesamt 750 Mio. Euro für thermische Sanierung und den Umstieg auf saubere Heizungen vorgesehen. Die Anhebung des Heizkesseltauschprogramms auf 200 Mio. Euro pro Jahr ist ein wichtiger Anreiz, um jetzt fossile Anlagen auszuwechseln. „Intelligente Sanierung ist ein Gebot der Stunde“, sagt Michael Mattes, Bundesinnungsmeister für die Sanitär-, Heizungs-und Lüftungstechniker. Mit den geplanten Finanzierungshilfen werde diese auch für einkommensschwächere Haushalte ermöglicht.
Wichtig sei freilich auch der effiziente Betrieb bei bestehenden Anlagen. Dieser lasse sich mit der thermisch-energetischen Sanierung gewährleisten.
Dass dafür 250 Mio. Euro in den Jahren 2021 und 2022 vorgesehen sind, ist auch aus Sicht der Bauwirtschaft zu begrüßen. Ein wesentlicher Konjunkturimpuls wird darüber hinaus von den Investitionen in die Infrastruktur bestehender und Entwicklung umweltschonender Gebäude sowie aus dem Neubau- und Sanierungsplan für die Schulen ausgehen.
Zukunftsthemen für wesentliche Branchen im Handwerk
Auch die Förderung von Photovoltaik-Kleinanlagen mit insgesamt 80 Mio. Euro in den Jahren 2020 bis 2022 wird von den Elektrotechnikern überaus positiv bewertet. Die geförderten Projekte würden im Schnitt das Vierfache an Investitionen auslösen. „Ein ambitioniertes Programm“, freut sich Andreas Wirth, Bundesinnungsmeister der Elektrotechniker in der Wirtschaftskammer Österreich, über den Ausbau der Photovoltaik-Anlagen mit der Eine-Million-Dächer-Initiative. Die rund 7.700 Elektrotechniker sorgen mit Weiterbildungen dafür, dass genügend gut ausgebildete Fachkräfte vorhanden sind. Er erinnert daran, dass künftig Speicher- und Energiemanagementsysteme ein wichtiges Zukunftsthema werden – nicht nur für die Elektrotechniker selbst, sondern auch für alle Zuliefergewerbe und den Handel.
„Die Unterstützung von Reparaturleistungen entspricht genau den Werten, die unsere Branche vorlebt“, sagt Scheichelbauer-Schuster:
„Die Stichworte lauten Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung durch handwerkliches Geschick.“
Die Senkung der Mehrwertsteuer auf 10 Prozent für kleinere Reparaturen wie Geräte, Fahrräder, Schuhe oder in der Änderungsschneiderei sei ein „guter erster Schritt“, sagt Scheichelbauer-Schuster: „Für Reparaturen im Wohnraum wäre die Neuauflage des Handwerkerbonus die perfekte und dringend notwendige Ergänzung. Das wäre eine Win-win-Situation für die Konsumenten und die Betriebe.“ (PWK288/HSP)
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