
GLOBAL 2000 fordert mutige Klimaschutzpolitik statt verantwortungsloser Vergeudung seines CO2-Budgets
Neue Berechnung des Wegener Centers zeigt auf, wie Österreich bisher sein CO2-Budget ver-schwendet und wie ein Weg zur Klimaneutralität 2040 gelingen kann
Wien (OTS) – Vor wenigen Jahren hat das Wegener Center das CO2-Budget berechnet, das Österreich innerhalb der Pariser Klimaziele zusteht. Doch in nur wenigen Jahren ist ein großer Teil des CO2-Budgets auch schon aufgebraucht worden: „Das sind dramatische Zahlen, die die Politik jetzt aufrütteln müssen. Mutige Klimaschutzpolitik ist wichtiger denn je. Die Bundesregierung muss diese Ergebnisse zum Anlass nehmen, wichtige Projekte wie eine Ökologisierung des Steuersystems vorzuziehen und wirksam umzusetzen. Umweltschädliche Subventionen in Milliardenhöhe, allen voran das völlig unzeitgemäße Dieselprivileg, dürfen den Weg in eine klimafreundliche Zukunft nicht länger verbauen“, fordert Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von GLOBAL 2000.
Bereits vor einigen Jahren hat das Wegener Center Berechnungen zum CO2-Budget Österreichs vorgestellt. Das Ergebnis zeigte zwischen 2017 und 2050 ein Budget von 1.000 Mt CO2, das noch zur Verfügung steht. Weil es nicht gelungen ist, die Treibhausgasemissionen in den letzten Jahren zu reduzieren, sieht jetzt das Wegener Center einen großen Teil des Budgets – etwa 300 Mio. t CO2 – auch schon verbraucht. Es bleiben also nur noch 700 Mt CO2, mit denen wir nun besser haushalten müssen als bisher. Damit Österreich bis 2040 klimaneutral werden kann, benötigt es also deutlich ambitioniertere Schritte, pro Jahr wird vom Wegener Center eine Einsparung von 4,5 Mt CO2 vorgeschlagen. Dafür sind drastische Maßnahmen erforderlich. Analog zu den Forderungen des Klimavolksbegehrens sind entsprechende CO2-Budgets nun auch im Klimaschutzgesetz zu verankern.
Dabei ist darauf hinzuweisen, dass das errechnete CO2-Budget eine Aufteilung der weltweiten Höchstmenge pro Kopf vorsieht. In dieser Berechnung ist also nicht berücksichtigt, dass Industrienationen bereits in der Vergangenheit viel höhere Emissionen zu verbuchen hatten als Entwicklungsländer. Entwicklungsländern ist aber ein höherer Anteil am weltweiten CO2-Budget zuzugestehen, da sie in der Vergangenheit kaum zum Treibhausgasausstoß beigetragen haben. Österreich sollte diesen Umstand daher zum Anlass nehmen, zumindest seine niedrigen Beiträge zur internationalen Klimafinanzierung zu überdenken: „Es ist zwar positiv, dass Österreich nun den längst überfälligen Schritt setzt und den Beitrag zum Green Climate Fund aufstockt, aber das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Für große Sprünge braucht es mindestens 150 Mio. Euro pro Jahr an öffentlichen Zuschüssen. Damit können Entwicklungsländer beim Ausbau erneuerbarer Energien, der Hebung von Energiesparpotenzialen und für Maßnahmen zum Schutz vor sich häufenden Klimakatastrophen unterstützt werden“, so Wahlmüller abschließend.
Lydia Matzka-Saboi, GLOBAL 2000 Pressesprecherin, 0699 14 2000 26, lydia.matzka@global2000.at
Johannes Wahlmüller, GLOBAL 2000 Klimasprecher, 0699 14 2000 41, johannes.wahlmueller@global2000.at
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