S8 Marchfeld Schnellstraße: Gerichtsverhandlung endete bereits am ersten Tag

LR Schleritzkos Aussagen untragbar

Wien (OTS) – Wie die Umweltorganisation VIRUS und die Bürgerinitiative Marchfeld (BIM) mitteilen, endete die fortgesetzte Verhandlung im UVP-Beschwerdeverfahren zur S8- Marchfeldschnellstraße (West) bereits am ersten von vier anberaumten Tagen. Wolfgang Rehm Sprecher beider Organisationen: „Der Richtersenat des Bundesverwaltungsgerichts ist nach einem weiteren negativen Sachverständigengutachten und einigen Stunden rörterung zur Ansicht gelangt dass das Verfahren entscheidungsreif ist und hat das Ermittlungsverfahren geschlossen, nun gilt es das Urteil abzuwarten.“

Die Entscheidung werde in den kommenden Wochen und Monaten schriftlich ergehen. „Hier gibt es jetzt es mehrere Möglichkeiten, eine Genehmigung, die noch ein weiteres Ermittlungsverfahren erfordern würde, ist allerdings aufgrund der Aktenlage praktisch ausgeschlossen, was bei derart im Übermaß privilegierten Projekten wie es Autobahnen in Österreich sind nicht alltäglich ist“, so UVP-Experte Rehm. Auch massive aber untaugliche Angriffsversuche der Projektwerber Asfinag und Land Niederösterreich hätten nichts gefruchtet, da in Gestalt des vom Land Niederösterreich kürzlich erweiterten Triel-Vogelschutzgebietes ein massives Genehmigungshindernis bestehen würde. Dieses seit mehr als 15 Jahren bekannte Faktum sei aber all die Jahre von den Projektwerbern und dem alten Verkehrsministerium ignoriert worden.

Kritik übt Rehm dabei an Landesrat Schleritzko: „Es ist eines Ex-Nationalparkdirektors unwürdig, Aussagen von subalternen VP-Regionalfunktionären aufzugreifen die nicht einmal Stammtischniveau haben und zu behaupten, niemand hätte den Vogel Triel je gesehen und dabei all die Befunde österreichischer und internationaler Experten, der Projektsunterlagen, der früheren Gebietsbetreuer des Landes, der Berichte der landeseigenen Naturschutzabteilung zu ignorieren“. Von einem früherer, berufsbedingt naturschutzaffinen Leiter des Nationalparks Thayatal hätten sich die Umweltorganisationen und Bürgerinitiativen mehr erwartet. „Wenn Schleritzko seine Behauptung ernst meint, wie erklärt er dann, dass die Landesregierung unter seiner Mitwirkung am 14. April einen Beschluss gefasst das Trielschutzgebiet zu erweitern. Für ein Vogelschutzgebiet ohne Vögel? Das ist doch völlig unglaubwürdig“. setzt Rehm nach.

Das Hauptproblem sei aber laut Rehm, dass das S8 Projekt seit Jahren als Mühlstein um den Hals der Marchfeldregion hänge, obwohl Untersuchungen des Landes Niederösterreich im Rahmen des Marchfelteams selbst gezeigt hätten, dass es verkehrlich, räumlich und umweltmäßig bessere Lösungen geben würde. „Einzelne Akteure in Niederösterreich wollten aber nicht diese Lösungen verfolgen sondern sich lieber budgetschonend eine kontraproduktive Autobahn zahlen lassen und nehmen dafür seit Jahrzehnten die Region zur Akzeptanzbeschaffung in Geiselhaft, obwohl immer bekannt war, was die S8 für ein Problemprojekt ist“, kritisiert Rehm. Deshalb sei auch der Widerstand so massiv und wären neben Nachbarn und Umweltorganisationen insgesamt sechs Bürgerinitiativen aus Niederösterreich und der ebenfalls betroffenen Wiener Donaustadt gegen die S8 angetreten.

Anstelle weiter an einer unbedingten Erberklärung für dieses Pröll/Zibuschka-Projekt festzuhalten wäre es für die Nachfolgegeneration nun weise mit Planungen für Umfahrungen in Korridoren, die nicht das Vogelschutzgebiet berühren, zu beginnen. Derartige Umfahrungen habe auch Landtagspräsidentin Renner vor einigen Jahren bereits gefordert. „Die Vernunft sollte auch den bisherigen S8-Befürwortern sagen, dass es besser ist mit einem sehr guten Plan-B als letztendlich mit nichts dazustehen“, so Rehm.

Wolfgang Rehm, 0699/12419913, virus.umweltbureau@wuk.at

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