Rotes Kreuz: Globale Sanitärkrise lösen

Am 19.11. Ist Welttoilettentag. 4,2 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu einer sicheren Toilette. Der Klimawandel droht die Sanitärkrise weiter zu verschärfen.

Wien (OTS) – Es ist Corona und die Menschen hamstern Klopapier, als ginge es um ihr Leben. Da haben sie nicht so Unrecht: Eine gesicherte Sanitärversorgung ist die Grundbedingung für körperliche Gesundheit. Genauso wichtig ist Wasser – zum Händewaschen und Wegspülen der Exkremente. Wo es das nicht gibt, droht der Ausbruch von Seuchen. Das gilt es sich am Welttoilettentag am 19. November in Erinnerung zu rufen.
„Toiletten sind Lebensretter“, sagt Rotkreuz-Präsident Gerald Schöpfer. „Das Rote Kreuz wird sich weiter dafür einsetzen, die globale Sanitärkrise zu lösen. Leider ist davon auszugehen, dass sie durch den Klimawandel weiter verschärft wird. Wenn Dürren und Überflutungen zunehmen und der Meeresspiegel steigt, ist auch das Wassermanagement von Sanitärversorgungen gefährdet.“

Hilfe für Honduras – Österreicher im Einsatz

Ein aktuelles Beispiel ist Zentralamerika. Dort sind mehr als vier Millionen Menschen von den Auswirkungen des Hurrikans Eta betroffen. Der Sturm hat Anfang November weite Landstriche überflutet, Sanitärsysteme zerstört und sauberes Wasser kann oft nicht mehr von Abwässern getrennt werden. Die Zahl der Durchfallerkrankungen steigt. Um rasch zu helfen schickt das Rote Kreuz mit Michael Wolf und Wilfried Hildenbrand zwei Experten nach Honduras, um eine Wasseraufbereitungsanlage aufzubauen. Auch ein Wasserlabor wird versandt. Mit „Iota“ traf Anfang der Woche bereits der nächste Hurrikan auf Zentralamerika.

Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung, rund 4,2 Milliarden Menschen, leben ohne Zugang zu einer sicheren Toilette. Rund drei Milliarden haben keine Möglichkeit, sich Zuhause die Hände mit Wasser und Seife zu waschen. Jeden Tag sterben 800 Kinder unter 5 Jahren an Durchfallerkrankungen, weil sie keine sichere Wasser-, Sanitär- und Hygieneversorgung haben. Mehr als 600 Millionen Menschen haben gar keine Toilette: Sie müssen ihre Notdurft im Freien verrichten. „Das Rote Kreuz fordert die Staaten auf mehr zu tun, damit alle Menschen bis 2030 eine sichere Wasser- und Sanitärversorgung haben, wie es das nachhaltige Entwicklungsziel Nummer 6 der UNO vorsieht“, sagt Schöpfer.

Mobiles Labor und Biogas-Latrinen

Das Österreichische Rote Kreuz hat langjährige Erfahrung im Bereich Wasser, Sanitär und Hygiene (WASH) und treibt Innovationen voran. Ein mobiles Feldlabor ermöglicht die Qualitätssicherung von Abwässern in Flüchtlingscamps. Das Skybird-Programm fördert mit Unterstützung des Schweizerischen, Ugandischen und Äthiopischen Roten Kreuzes sowie der ADA 30 neue Projekte zur Verbesserung der Lebensqualität in Ostafrika. In Ruanda werden etwa Schullatrinen gebaut und das behandelte Endprodukt als Dünger verwendet. In Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba werden mobile Toiletten mit Handwasch-Möglichkeit an Taxi-Ständen, Bus- und Zugbahnhöfen aufgestellt. Arbeitslose Frauen betreuen das Projekt und haben dadurch ein Einkommen. Im Markt von Bahir Dar, im Norden der Stadt, entsteht eine Biogas-Latrine, die nicht nur Extremente entsorgt, sondern auch Energie liefert.

Fotos: [hier klicken]
(https://medien.roteskreuz.at/pages/search.php?search=%21collection54
48&k=f2e8256b32)

Dr. Stefan Müller
Österreichisches Rotes Kreuz, Medienservice
Tel.: +43/1/589 00-352
Mobil: +43/664 122 31 37
stefan.mueller@roteskreuz.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender