
Eurobarometer: Corona-Pandemie soll auf EU-Ebene bekämpft werden, doch Reformen sind notwendig
Die Pandemie hat die Ansicht gestärkt, dass die EU der richtige Rahmen ist, um Lösungen zur Bekämpfung des Coronavirus und dessen Auswirkungen auf die Gesellschaft zu entwickeln.
Wien (OTS) – Ende 2020 schätzte eine Mehrzahl der Befragten die Situation auf EU-Ebene besser ein als in ihrem eigenen Land. Darüber hinaus glauben fast drei von vier Befragten (72 Prozent, AT 68%), dass [der Europäische Aufbauplan]
(https://www.europarl.europa.eu/news/de/headlines/economy/20210128STO
96608/corona-krise-europas-wichtigstes-instrument-fur-den-wiederaufba u) eine schnellere wirtschaftliche Erholung von den negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie in ihrem Land ermöglichen würde.
Die Ergebnisse entspringen einer neuen Umfrage, die im Auftrag des Europäischen Parlaments zwischen November und Dezember 2020 von dem Marktforschungsunternehmen Kantar durchgeführt wurde. Laut der Studie ist die Anzahl der BürgerInnen, die sich positiv über die EU äußern, um zehn Prozentpunkte im Vergleich zum Herbst 2020 gestiegen. 66 Prozent (AT 59%) aller Befragten sind optimistisch, was die Zukunft der Europäischen Union angeht.
Dennoch bleibt der individuelle Ausblick angesichts der anhaltenden Pandemie pessimistisch: 53 Prozent (AT 48%) der Befragten glauben, dass die wirtschaftliche Situation in ihrem Land in einem Jahr schlechter sein wird als derzeit. Nur jeder fünfte Befragte (21 Prozent, AT 29%) glaubt, dass sich die nationale Wirtschaftslage im kommenden Jahr verbessern wird. Mehr als die Hälfte der Befragten (52 Prozent, AT 40%) erwartet, dass ihre Lebensbedingungen in einem Jahr genauso sein werden wie heute. Ein Viertel der Befragten (24 Prozent, AT 30%) denkt, dass es ihnen in einem Jahr sogar schlechter gehen wird, während 21 Prozent (AT 27%) glauben, dass sich ihre Lage verbessern wird.
Diese wahrgenommenen Auswirkungen haben möglicherweise auch für die Forderung nach einer neuen politischen Top-Priorität unter den BürgerInnen gesorgt: 48 Prozent (AT 39%) der Befragten wollen, dass der Kampf gegen Armut und soziale Ungleichheit ganz oben auf der Agenda des Europäischen Parlaments steht. Im EU-Durchschnitt liegt der Kampf gegen den Terrorismus an zweiter Stelle (35 Prozent, AT 36%), gefolgt von einer hochwertigen Bildung für alle (33 Prozent, AT 31%) und dem Schutz unserer Umwelt (Prozent, AT 32%).
Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich auch in der von den BürgerInnen angegeben Rangfolge von Grundwerten, die das Europäische Parlament verteidigen sollte. Während die weltweite Verteidigung der Menschenrechte (51 Prozent, AT 47%) und die Gleichberechtigung von Mann und Frau (42 Prozent, AT 40%) an der Spitze bleiben, landet die Solidarität zwischen den Mitgliedstaaten auf dem dritten Platz: 41 Prozent (AT 41%) der Befragten wollen, dass das Europäische Parlament diesen Grundsatz vor allen anderen verteidigt. Vor einem Jahr hatten das im EU-Durchschnitt nur 33 Prozent der BürgerInnen angegeben.
Die Pandemie und andere globale Herausforderungen wie der Klimanotstand bestärken die BürgerInnen in ihrem Ruf nach einer grundlegenden Reform der EU. 63 Prozent (AT 42%) der Befragten wollen, dass das Europäische Parlament in Zukunft eine wichtigere Rolle spielt. Dies ist im EU-Durchschnitt ein Anstieg von 5 Prozentpunkten im Vergleich zum Herbst 2019. Und während das positive Bild der EU zugenommen hat, ist auch der Ruf nach Veränderung gestiegen: Nur 27 Prozent (AT 22%) unterstützen die EU so, wie sie derzeit besteht, während 44 Prozent (AT 39%) die EU „eher unterstützen“, sich jedoch Reform wünschen. Rund ein Fünftel (22 Prozent, AT 31%) sehen die EU ‚eher skeptisch, könnten aber im Lichte einer radikalen Reform ihre Meinung wieder ändern‘.
Der Präsident des Europäischen Parlaments, David Sassoli, sagte:
„Die Botschaft dieser Umfrage ist klar: Die europäischen Bürger unterstützen die Europäische Union und sie finden, dass die EU der richtige Ort ist, um Lösungen für die Krise zu suchen. Aber eine Reform der EU ist eindeutig etwas, das die Bürger sehen wollen, und deshalb müssen wir die Konferenz zur Zukunft Europas so schnell wie möglich starten.“
Alle Detailergebnisse aus Österreich und der gesamten EU [finden Sie hier.]
(https://www.europarl.europa.eu/austria/de/aktuell-presse/meldungen/2
021-meldungen/februar-2021/pr-2021-februar-2.html)
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