Leichtfried: Respekt für Entscheidung Anschobers – „Opfer der mangelnden Unterstützung von Kurz“
Muchitsch: „Regierung Kurz wird noch ein Stück kälter“ – Kucher: „Letztklassige“ Attacken der ÖVP
Wien (OTS/SK) – Persönlichen Respekt zollt SPÖ-Vizeklubchef Jörg Leichtfried Gesundheitsminister Anschober für seine Entscheidung, das Amt zurückzulegen. Es sei Anschober sehr anzurechnen, wie er mit seiner gesundheitlichen Überlastung umgeht und daraus die Konsequenzen zieht. „Die Corona-Krise ist für jeden Politiker, jede Politikerin extrem herausfordernd, und Anschobers offener Umgang damit ist sehr zu respektieren. Eine Ursache für Anschobers Entscheidung ist sicher auch die fehlende Unterstützung des türkisen Koalitionspartners. Er wurde von Kanzler Kurz oft im Regen stehen gelassen und sogar Opfer von Attacken der Türkisen“, so Leichtfried. ****
Bei aller politischen Kritik der SPÖ am Corona-Management des Ministers habe Anschober immer auch den überparteilichen Dialog gesucht, betonte Leichtfried. „Ein Problem für Anschober war wohl, dass er bessere Umfragewerte als der Kanzler hatte. Die Folge waren politische Fouls. Nicht umsonst hat Anschober heute davon gesprochen, dass die sozial- und gesundheitspolitische Arbeit in der Regierung von Populismus und Parteitaktik gestört wurde und er sich oft ‚alleine‘ gefühlt habe. Die Grünen werden sich fragen müssen, wie sie die Zusammenarbeit mit der ÖVP zukünftig gestalten und ob sie sich die politischen Untergriffe weiter gefallen lassen wollen.“
Auch SPÖ-Gesundheitssprecher Philip Kucher zollte Anschober Respekt: „Er hat Verantwortung in dieser schwersten Krise der 2. Republik übernommen. Dafür ist ihm großer Dank auszusprechen, denn er hat das Amt in dieser schwierigen Zeit in einer sehr anständigen und menschlichen Art und Weise ausgeübt. Es sind im Krisenmanagement viele Fehler passiert, aber dafür ist in einer Pandemie nie einer allein zuständig. Während Anschober Verantwortung übernommen hat, hat Sebastian Kurz ihn nicht nur völlig allein gelassen, ihn auch noch während seines Krankenstands attackiert. Das ist menschlich letztklassig. Aber Verantwortung und Anstand ist in der türkisen Familie ein Fremdwort, denn sonst würde Blümel zurücktreten und nicht Anschober.“
Bedauern für das Ausscheiden Anschobers betonte SPÖ-Sozialsprecher Josef Muchitsch: „Ich bedauere seinen Rücktritt, habe aber großen Respekt vor seiner Entscheidung. Die Gesundheit geht vor. Damit verlässt ein erfahrener Politiker mit Charakter und sozialpolitischer Einstellung diese Regierung. Anschober ist einer der wenigen, der für soziale Verteilungsgerechtigkeit eingestanden ist. Die Regierung von Sebastian Kurz wird damit noch ein Stück herzloser und kälter.“ (Schluss) ah/sl
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