Oö. Volksblatt: „Ein Dilemma“ (von Christian HAUBNER)

Ausgabe vom 20. April 2021

Linz (OTS) – Die Kür des Kanzlerkandidaten der Union stellte die CDU vor ein Dilemma, und das gleich mehrfach. So sind einerseits ihre Spitzengremien für eine Kanzlerkandidatur ihres Parteichefs Armin Laschet. In der Bundestagsfraktion sowie in der Basis könnte es jedoch durchaus mehr Stimmen für CSU-Chef Markus Söder geben. Denn dieser verfügt über wesentlich bessere Umfragewerte und daher auch ungleich bessere Prognosen für die Bundestagswahl.
Das ist ein weiteres Dilemma: Man will klarerweise nicht eingestehen, dass man mit einem – noch dazu relativ neuen – Parteichef wenig Chancen bei einer Wahl hat. Denn dann müsste man sich ja einen neuen Parteichef suchen. Auf der anderen Seite wäre es ebenso wenig vernünftig, nicht mit jenem Kandidaten ins Rennen zu gehen, der die besten Prognosen hat.
Und dann kommt dazu, dass sich SPD und Grüne mehr oder minder friktionsfrei auf eine Kandidatin und einen Kandidaten geeinigt hatten. Das erhöhte den Druck auf die Union. Letztlich ist daher wichtig, dass eine Entscheidung getroffen wird, die dann von allen getragen wird. Auch Umfragen sind nur Momentaufnahmen und nichts, das für alle Ewigkeit in Stein gemeißelt ist. Fehlende Einigkeit hingegen ist im Wahlkampf ein wahrer Stolperstein.

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