Infina Kredit Index (IKI) – Die Inflation kehrt zurück

Innsbruck/Wien (OTS) – Die Inflation kehrt zurück und damit steigen auch langfristige Zinssätze an. Diese Entwicklung könnte künftig so manches Bauvorhaben verteuern. Noch sind die Zinssätze bei langfristigen Fixzinskrediten auf niedrigem Niveau. Allerdings mehren sich die Zeichen, dass sich dies bald ändern könnte.

Doch zuerst die „gute“ Nachricht, jedenfalls für Eigentümer von Immobilien: Die Immobilienpreise sind weiter im Aufwind. Im vierten Quartal 2020 stiegen z.B. Einfamilienhäuser in Wien um satte 17,2 %. Den aktuellen Preisanstieg bekommen leider aber auch die Häuselbauer zu spüren. Infolge von Lieferengpässen und Angebotsknappheit steigen Materialpreise erheblich. Und dieser Trend setzt sich 2021 bisher fort.

Mit den Preisanstiegen erhöht sich bei bestehenden Wohnbaukrediten auch der Besicherungswert für Banken. Aber auch bei neuen Wohnbaukrediten ergibt sich weiterhin ein im Vergleich gutes Ertrags-/Risikoprofil. Entsprechend forcieren Kreditinstitute dieses Geschäft: Die Neuvergaben von Krediten für Wohnbauzwecke an private Haushalte in Österreich stiegen im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 12,5 % auf 23.503 Mio. Euro. Auch dieser Trend setzt sich im Jahr 2021 in Österreich fort.

Zinschance mit begrenztem Zeitfenster

Mit durchschnittlich 1,06 % p.a. waren laut dem IKI zehnjährige Fixzinsbindungen bei Wohnbaukrediten im ersten Quartal 2021 in Österreich so günstig wie nie zuvor. Ebenfalls nahe historischer Tiefs lagen die Preise für 15- und 20jährige Fixzinsbindungen. Der variable Zins bewegte sich mit 0,643 % p.a. gleichfalls nur marginal über dem langjährigen Tiefstand.

Vor allem die langfristigen Fixzinsbindungen (15 bis 25 Jahre) bieten aktuell noch eine Sonderchance, das niedrige Zinsniveau langfristig einzufangen. Bisher haben Kreditinstitute den bereits erfolgten Anstieg der Swapsätze noch nicht voll weitergegeben. Stabilisiert sich der Trend jedoch, so ist in den kommenden Wochen mit einem Zinsanstieg zu rechnen.

Die Inflation kehrt zurück

Nun zur „schlechten“ Nachricht: Von -0,3 % im Dezember 2020 sprang die Inflationsrate des Euroraums bis März 2021 um 1,6 Prozentpunkte auf 1,3 %. Verantwortlich dafür war eine Jahresteuerung der Energiepreiskomponente infolge des gestiegenen Ölpreises von 4,3 %. Der Preis der Ölsorte Brent stieg (per 13.4.) auf Jahressicht um 54 %. Ausgehend von niedrigem Niveau in den Monaten März und April 2020 folgte ein Höhenflug, der mit zunehmender Verknappung an Eigendynamik gewinnt. Lieferketten sind unterbrochen, die Suez-Kanal-Blockade hat Nachwirkungen und die Rohstoffpreise steigen. Der breite Rohstoffindex „DJ UBS Commodity“ stieg im ersten Quartal 2021 auf Euro-Basis um 11,3 %.

Die Inflation ist ein Faktor. Doch die Notenbanken werden bestrebt sein, die Zinsen am langen Ende unter die Inflationsrate zu drücken, woraus Geldentwertung resultiert. Diese Vorgangsweise wird auch als „finanzielle Repression“ bezeichnet. Ausgehend von denkbaren Inflationsraten zwischen 2 und 3,5 % in der Eurozone, ist ein Anstieg des 20jährigen Swapsatzes auf 1,5% durchaus realistisch. Bei einem angenommenen „Aufschlag“ von 1,0 bis 1,5 % wären dann in ein bis zwei Jahren bei Neukrediten sogar Fixzinssätze von 2,5 bis 3,0 % p.a. denkbar – Größenordnungen, die es zuletzt vor einigen Jahren gab.

Zinsentwicklung: eine äußerst spannende Phase steht bevor

Zusammenfassend stehen wir in Bezug auf die Entwicklung der Zinsen vor einer äußerst spannenden Marktphase. Die Inflation kehrt, zumindest vorübergehend, zurück und beeinflusst die Zinsmärkte. Gleichzeitig bleibt der massive Einfluss der Notenbanken durch ihre expansive Geldpolitik. Dies führt einerseits dazu, dass Negativzinsen am kurzen Zinsende weiterhin bestehen, und andererseits führt dies zu einer steileren Zinskurve, da die langfristigen Swapsätze ansteigen. Diese Entwicklungen treffen auf Kreditinstitute, die bei der Vergabe von Wohnbaukrediten miteinander im Wettbewerb stehen. Last but not least kommt dem Thema „Risiko“ zukünftig noch mehr Bedeutung zu. Sobald sich der „Corona Nebel“ stärker lichtet und staatliche Stützungsprogramme aufgrund der Stabilisierung der allgemeinen Situation auslaufen, werden auch die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie für Kreditinstitute und ihre (auch potentiellen) Kreditnehmer erst wirklich sichtbar werden. Hier darf man dann auf die unterschiedliche Reaktion von Kreditinstituten gespannt sein.

Genauere Details entnehmen Sie dem beiliegenden aktuellen Infina Kredit Index. Für Rückfragen stehen Ihnen die Wohnbau-Finanz-Experten der Infina gerne jederzeit zur Verfügung.

Über Infina

Infina ist ein unabhängiges, österreichweit tätiges Beratungsunternehmen und der Wohnbau-Finanz-Experte für Immobilienfinanzierungen. Darüber hinaus betreibt Infina die Kreditplattform Profin. Kunden und Partner profitieren von der Größe von Infina im Markt und dem Anspruch, für jeden Kunden die passende Finanzierung zu finden.

Das Unternehmen wurde bereits im Jahr 2001 gegründet. Neben den beiden Standorten in Innsbruck und Wien nutzen derzeit mehr als 500 Vertriebspartner, davon 150 Verbundpartner sowie mehrere Corporate Partner, die Kreditplattform Profin für die Abwicklung und Aufbereitung von Finanzierungen. Infina verfügt über 90 Standorte in ganz Österreich und mehr als 20 Jahre Erfahrung im Kreditgeschäft. Das Neugeschäftsvolumen im Jahr 2020 betrug rund 1,5 Milliarden Euro. Damit ist Infina Marktführer bei der freien und digitalen Vermittlung von privaten Immobilienfinanzierungen.

INFINA Credit Broker GmbH
Mag. Peter Hrubec
peter.hrubec@infina.at
www.infina.at

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