Peter Seilern über langfristige Anlagen und das aktuelle Zinsumfeld

Wien (OTS) – US-Staatsanleihen, der Inbegriff langfristiger Vermögenswerte, gelten als risikofrei. Ihre Rendite sollte als jene Benchmark verwendet werden, zu der eine Aktienrisikoprämie addiert werden muss, um den Abzinsungssatz für die Berechnung des Barwerts von weit in der Zukunft liegenden Cashflows zu erhalten.

Die Frage, die sich für einen Qualitätswachstumsinvestor ist jene nach eben diesem angemessenen Abzinsungssatz, der in einem Umfeld steigender Anleiherenditen anzuwenden ist, wie es gegenwärtig vermutlich der Fall ist. Nehmen wir an, dass der risikofreie Zinssatz am besten durch die Rendite einer geeigneten Staatsanleihe abgebildet wird. Dann stellt sich die Frage: Welche Prämie, wenn überhaupt, sollte hinzugefügt werden, um das zusätzliche Risiko zu kompensieren, das ein Investor eingeht, der Qualitätswachstums-Unternehmen an Stelle von Staatsanleihen besitzt? Die Bestimmung dieser Prämie kann einen erheblichen Einfluss auf den Barwert haben, der sich aus der Diskontierung der zu erwartenden zukünftigen Cashflows ergibt. Eine daraus resultierende Entscheidung, nicht zu investieren, könnte Opportunitätskosten verursachen, die sich weit in die Zukunft erstrecken.

Erfahrene Marktpraktiker wie Warren Buffett verzichten auf diesen Ansatz. Buffett verwendet nur die Rendite der dreißigjährigen US-Staatsanleihen und setzt keine Prämie für das Aktienrisiko an. Dies könnte auf der Vorstellung beruhen, dass eine profunde Kenntnis einer verlässlichen Anlage dazu dient, das Risiko zu gering zu halten, dass eine überraschende Entwicklung eben dieser Anlage einen Anleger unvorbereitet trifft.

Diese Logik könnte in der heutigen Welt der dauerhaft niedrigen Zinssätze bei der Diskontierung zukünftiger langfristiger Cashflows gelten, die für echte Qualitätswachstumsunternehmen anzuwenden ist, insbesondere für solche, die frei von Nettoschulden sind. Während ein starker Anstieg der Anleiherenditen, ausgelöst durch das Wiederaufleben der Inflation und deren Erwartungen, zweifellos eine Anpassung des Diskontsatzes erfordern würde, könnte man argumentieren, dass das heutige Zinsumfeld auf absehbare Zeit bestehen bleibt.

Darüber hinaus ist das Diskontsatzumfeld für Qualitätswachstumsinvestoren weniger relevant als für andere. Entscheidend ist, dass diese Anleger unabhängig von der Entwicklung der Zinslandschaft, investiert bleiben und die leicht fallenden Aktienkurse von Qualitätswachstumsunternehmen nutzen, um ihr Portfolio wieder aufzufüllen.

Die Staatsverschuldung ist in den letzten Jahren explodiert und wird in absehbarer Zeit nicht zurückgehen. Dies ist das Ergebnis massiver fiskalischer Stimulierungen, um weiteren wirtschaftlichen Schaden durch die COVID-Pandemie zu verhindern. Somit stellt sich erneut die Frage, ob Staatsanleihen tatsächlich so „risikofrei“ bleiben, wie sie ehedem waren oder ob das Kapital des Anlegers nicht doch sicherer ist, wenn es in schuldenfreie Qualitätswachstumsunternehmen erster Güte investiert wird.

Darüber hinaus sollten Investitionsgelegenheiten gerade jetzt genutzt werden, um langfristig in den Genuss des Zinseszinseffekten zu kommen.

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Michael Stadlinger
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