
Teleki, Trianon und die transnationalen Geographen 100 Jahre später
Simon Wiesenthal Lecture von Steven SEEGEL, Professor für Russische, Mittel- und Osteuropäische sowie Euroasiatische Geschichte an der University of Northern Colorado
Wien (OTS) – Im Mittelpunkt des Vortrages steht das Leben und der Tod des Grafen Pál Teleki (1879-1941), zweimaliger Ministerpräsident Ungarns, im Zusammenhang mit dem Vertrag von Trianon (1920) und sein Vermächtnis nach einem Jahrhundert. Teleki erlangte großes Ansehen als professioneller Geograph, er zählte zur den prominenten europäischen Kartographen seiner Generation. Ausgehend von der Wissenschaft der kritischen Geographie und Kartographie werden im Vortrag seine geschlechtsspezifischen Fantasien des nordamerikanischen Grenzraumes untersucht, das Entstehen und die Bedeutung seines Antisemitismus und Antikommunismus, sein subtextuelles Erfassen der Symbolik und des territorialen Revisionismus in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, die kulturelle Bedeutung der berühmten Carte rouge, Telekis‘ Ethnografischen Karte von Ungarn, seine Bemühungen innerhalb der transatlantischen Diplomatie, die Kontakte seiner Familie zu transatlantischen Geographen und schließlich sein Selbstmord im April 1941, sowie das lange Erbe der illiberalen Politik in Ungarn und Europa seit dem Vertrag von Trianon.
Steven SEEGEL ist Professor für Russische, Mittel- und Osteuropäische sowie Euroasiatische Geschichte an der University of Northern Colorado. Zu seinen Publikationen zählen Map Men:
Transnational Lives and Deaths of Geographers in the Making of East Central Europe (University of Chicago Press, 2018), Ukraine under Western Eyes (Harvard University Press, 2013), und Mapping Europe’s Borderlands: Russian Cartography in the Age of Empire (University of Chicago Press, 2012). Er war Mitverfasser des vierten und fünften Bandes der von der University of Chicago Press herausgegebenen Reihe internationaler History of cartography. Er übersetzte über 300 Beiträge aus dem Russischen ins’ Polnische für mehrere Bände der US Holocaust Memorial Museum’s Encyclopedia of Camps and Ghettos 1933-1945, veröffentlicht gemeinsam von USHMM und Indiana University Press. Professor Seegel ist ehemaliger Direktor des Sommeraustauschprogramms des Ukrainischen Forschungsinstituts an der Harvard University.
Teleki, Trianon, and Transnational Map Men 100 Years after.
Simon Wiesenthal Lecture – in englischer Sprache – von
Steven SEEGEL, Professor für Russische, Mittel- und Osteuropäische
sowie Euroasiatische Geschichte an der University of Northern
Colorado.
Online-Veranstaltung des VWI
https://us02web.zoom.us/j/88043906017
Moderation: Prof. Éva KOVÁCS, Wiener Wiesenthal Institut für
Holocaust-Studien (VWI)
Datum: 10.6.2021, 18:30 – 20:00 Uhr
Ort: Wien
Url: http://www.vwi.ac.at
Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI)
Dr. Jana Starek
+43-1-890 15 14-150
jana.starek@vwi.ac.at
www.vwi.ac.at
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