
Anderl: Schulschließungen dürfen ab Herbst nur Ausnahme sein
Offener Brief an Bildungsminister Faßmann, Gesundheitsminister Mückstein: AK Präsidentin verlangt, Schulen krisensicher zu machen
Wien (OTS) – „Spätestens ab Schulschluss muss das nächste Schuljahr so vorbereitet werden, dass Schulschließungen nur Ausnahme sind“, verlangt AK Präsidentin Renate Anderl. Während der Pandemie seien die Beschäftigen in den Bildungseinrichtungen vielfach über sich hinausgewachsen, um den Kindern und Jugendlichen gute Rahmenbedingungen zu ermöglichen. In einem offenen Brief an Bildungsminister Faßmann und Gesundheitsminister Mückstein fordert die AK Präsidentin gemeinsam mit AK Direktor Christoph Klein, den Sommer für die Vorbereitung möglichst offener Schulen im Herbst zu nutzen: „Wir von der Arbeiterkammer wissen um die hohe Belastung von berufstätigen Eltern und ihren Kindern und Jugendlichen während der langen Monate des Distance-Learnings, der Lock-Downs und etwaiger Quarantänezeiten.“ Um die Eltern und ihre Kinder zu entlasten, schlägt Anderl eine Reihe von Maßnahmen vor.
Ziel müsse es sein, „dass Kinder und Jugendliche möglichst wenig Zeit im Distance-Learning verbringen“, so Anderl. „Gesundheitsrisiken müssen minimiert und gleichzeitig Bildungsangebote und Kontaktmöglichkeiten zu KlassenfreundInnen sichergestellt werden.“
Dafür sollen Schulen über den Sommer ausarbeiten können, wie sie Unterricht ins Freie verlagern können. Eine weitere Möglichkeit ist, bei Bedarf auf Projektunterricht in Kleingruppen zu setzen. Und es soll inhaltliche Schwerpunktsetzungen und Priorisierungen geben, damit trotz reduzierter Lernzeiten die Lernqualität sichergestellt werden kann.
Den Kindern und den Jugendlichen sollen auch mehr Gemeinschaftserlebnisse und Bewegung ermöglicht werden. Dazu fordert Anderl für jede Klasse eine Projektwoche im Wintersemester. Pro SchülerIn sollen dafür 50 Euro zur Verfügung gestellt werden. Aufgestockt werden sollen Sozialarbeit und Schulpsychologie, und die Kinder und Jugendlichen brauchen Förderung für sportliche Aktivitäten.
Die Schulen sollen überdies eine zweite Lehrperson pro Klasse in den Hauptnachhilfefächern Mathematik und Deutsch einsetzen können. Mittelfristig sollen die Schulen nach dem AK Chancenindex finanziert werden – je mehr Kinder in einer Schule mehr Förderung brauchen, desto mehr Mittel soll die Schule zur Verfügung gestellt bekommen.
Für Lehrlinge verlangt die AK Präsidentin Unterstützung, damit sie sich auf die Lehrabschlussprüfung vorbereiten und Qualifizierungen nachholen können. Außerdem sollen sie eine Freistellung vom Betrieb für Lerntage bekommen, um den Lernstoff festigen zu können.
(Forts.)
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