Vierte COVID-19-Welle gefährdet Aufholprozesse der westlichen Bundesländer

WIFO veröffentlicht Bericht zur regionalen Wirtschaft im II. Quartal 2021

Wien (OTS) – Während sich die wirtschaftlichen Perspektiven im IV. Quartal aufgrund des aktuellen COVID-19-Infektionsgeschehens und des bundesweit und allgemein verhängten Lockdown in Österreich weiter eintrüben, zeigen die nun vorliegenden WIFO-Daten aus den Bundesländern zum II. Quartal 2021 wie deutlich und zügig sich die regionale Konjunktur im Frühjahr erholt hat.

Sichtbar wurden insbesondere Aufholeffekte in jenen Bundesländern, die im Frühjahr 2020 besonders hart von der Pandemie getroffen wurden. Das waren insbesondere die Tourismusbundesländer im Westen. Insgesamt zeigen die ausgewiesenen Kennzahlen zu verschiedenen Branchenaggregaten, dass der kräftige Aufschwung des II. Quartals alle Bundesländer erfasste und in allen Regionen auf breiter Basis fußte. Entsprechend machte sich auch auf dem Arbeitsmarkt in allen Bundesländern eine Entspannung bemerkbar: Die Beschäftigung nahm in allen Bundesländern deutlich zu, die Zahl der Arbeitslosen sank in allen Ländern im deutlich zweistelligen Bereich.

Erholung des produzierenden Sektors erfolgt auf breiter Basis, stärkstes Wachstum in Oberösterreich

In der Sachgüterproduktion lag der reale Produktionsabsatz im II. Quartal in allen Bundesländern zwischen 20% und 40% über dem II. Quartal 2020, und damit in 7 von 9 Bundesländern bereits wieder zumindest auf Vorkrisenniveau. Von der hohen Exportdynamik der Metallbranchen sowie von Kfz- und Maschinenbau, die im 1. Halbjahr österreichweit für mehr als die Hälfte des insgesamt kräftigen Exportwachstums verantwortlich waren, profitierten vor allem die Steiermark und Oberösterreich stark. Deutlich sichtbar wurde zudem eine umfassende Erholung der Bauwirtschaft. So stieg die abgesetzte Produktion im II. Quartal 2021 um über 25% gegenüber dem Vorjahr. Alle Bundesländer wiesen zweistellige Wachstumsraten aus, die von +18% in Tirol bis zu +30% in Oberösterreich reichten. Anders als noch im I. Quartal waren die Wachstumsraten in der Bauwirtschaft zudem homogener, die Unterschiede zwischen den Bundesländern lösten sich weitgehend auf.

Nächtigungsniveau Wiens noch knapp 90% unter Vorkrisenniveau

Die bis Mitte Mai geschlossenen Beherbergungsbetriebe erbrachten zwar im gesamten II. Quartal 2021 in allen Bundesländern eine bessere Nachfragebilanz als 2020 (österreichweit +81,7% auf 11,4 Mio. Nächtigungen), auf das Vergleichsniveau von 2019 fehlen aber immer noch zwischen jeweils um die 40% in Regionen mit hoher Bedeutung des Inlandstourismus (Burgenland, Kärnten, Steiermark) und beinahe 90% in Wien. Die mengenmäßig größte Lücke bestand im Durchschnitt der Monate April bis Juni 2021 in Tirol mit –4,7 Mio. auf das Nächtigungs­volumen des II. Quartals 2019 (entspricht allein mehr als einem Viertel des bundesweiten Aufholbedarfs gegenüber 2019).

Tourismus determiniert die regionale Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt – Salzburg und Tirol mit stärkstem Rückgang an Arbeitslosigkeit

Auch auf dem Arbeitsmarkt zeigten sich im II. Quartal in allen Bundesländern Anzeichen einer deutlichen Entspannung, nachdem sich der Lockdown-bedingte annähernde Komplettausfall der Wintersaison im Tourismus beim Beschäftigungswachstum im I. Quartal 2021 in einer deutlichen Benachteiligung der westlichen Bundesländer geäußert hatte. Nach dem Ende des Lockdown zeigten sich im II. Quartal, in welchem die Beschäftigung in Tirol (+5,3%) und Salzburg (+4,5%) bereits rascher als im Bundesdurchschnitt, und in Vorarlberg zumindest mit 3,3% zulegte, Anzeichen eines zunehmenden Aufholens der Westregion gegenüber dem Osten und Süden des Bundesgebietes. Spiegelbildlich nahm auch die Arbeitslosigkeit im II. Quartal österreichweit deutlich ab, wobei Salzburg und Tirol die deutlichsten Rückgänge verzeichneten.

Übersicht 1: Regionale Konjunkturindikatoren im II. Quartal 2021 – auf der [WIFO-Website] (https://www.ots.at/redirect/wifo22)

Rückfragen bitte am Donnerstag, dem 25. November 2021, von 10 bis 14 Uhr an
Mag. Dr. Matthias Firgo, Tel. (1) 798 26 01 – 471, matthias.firgo@wifo.ac.at

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