ÖH: Es braucht endlich echte Lösungen gegen Studierendenarmut

Wien (OTS) – Eine im vergangenen Herbst durchgeführte Studierendenbefragung der ÖH und AK zeigt, wie fatal die aktuelle Lage für viele Studierende ist: Bei etwa einem Drittel hat sich die finanzielle Lage seit Beginn der Pandemie verschlechtert, rund 35% mussten aufgrund der Corona-Krise ihren Job oder Teile ihres Einkommens einbüßen.

“Kein Wunder also, dass sich 75% der Studierenden von der Politik im Stich gelassen fühlen. Während der Pandemie wurden keine Hilfeleistungen gestellt. Die ÖH ist eingesprungen mit dem Corona-Härtefonds, allerdings können wir die Fehler der Regierung niemals vollständig ausgleichen. Nun ist es Zeit für die Novellierung des Studienförderungsgesetzes und wir sehen uns mit vielen Baustellen konfrontiert”, kommentiert Sara Velić aus dem ÖH-Vorsitzteam die aktuelle Lage.

Für das Vorsitzteam der ÖH ist klar, dass die Novellierung des Studienförderungsgesetzes (StudFG) reale Verbesserungen für die Studierenden liefern müsse. Keya Baier aus dem Vorsitzteam erklärt:
“Der Höchstbetrag der Studienbeihilfe beträgt aktuell 715 €, für Studierende mit Elternwohnsitz am Studienort sogar nur 500 €. Jede_r kann wohl nachvollziehen, dass man davon nicht leben kann.” Baier zeigt zum Vergleich auf, dass die Armutsgrenze in Österreich mit aktuell 1328€ weit über die Studienbeihilfe liege. Die Beihilfen müssen laut Baier zumindest an die Höhe der Ausgleichszulage (aktuell 1000,40 €) angeglichen werden.

Gemeinsam mit einer allgemeinen Erhöhung der Studienbeihilfe muss auch eine jährliche Valorisierung gesetzlich festgelegt werden. “Die Lebens- und Studienkosten der Studierenden steigen jährlich. Durch die fehlende automatische Valorisierung der Studienbeihilfe haben Studierende Jahr für Jahr effektiv weniger Geld. Unsere Beihilfen reichen mit jedemJahr noch weniger zum Leben!”, erklärt Naima Gobara aus dem Vorsitzteam.

Doch damit ist nicht genug getan: “Es braucht eine Ausweitung des Bezieher_innenkreises durch eine Anhebung der Einkommensgrenzen und eine Abschaffung der Altersgrenzen, damit Studierende, die eigentlich auf staatliche Unterstützung angewiesen sind, nicht durchs Netz fallen”, heißt es aus dem Vorsitzteam der ÖH. “Und auch auf die Drittstaatsangehörigen darf nicht schon wieder vergessen werden – sie müssen zukünftig auf jeden Fall ebenfalls Studienbeihilfe beziehen können.”

ÖH – Österreichische HochschülerInnenschaft
Lea Ghedina
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