Oö. Volksblatt: „Einsicht fehlt“ (von Markus EBERT)

Ausgabe vom 20. Jänner 2022

Linz (OTS) – Wenn der Nationalrat heute mit deutlicher Mehrheit die gesetzlichen Regelungen für die Impfpflicht beschließt, ist das natürlich nicht das Ende der Debatte. Sie wird fortgesetzt — von den einen, den militanten Impfgegnern und den Impfskeptikern, mit vermutlich noch größerer Inbrunst, von den anderen, den Impfbefürwortern, wohl mit zunehmender Ermüdung gegenüber den oft haarsträubenden Argumenten der impfverweigernden Minderheit. Diese Minderheit will uns — befeuert von einer völlig außer Rand und Band geratenen FPÖ — weismachen, dass wir in einer Diktatur leben, die uns das Impfen aufzwinge. Um das zu kommunizieren, wird das Demonstrationsrecht überstrapaziert — was in einer Diktatur nicht möglich wäre.
Aber: Jene, die auf ihre demokratische Freiheit in Sachen Impfverweigerung pochen, greifen massiv in das Leben der Geimpften ein. Frau A wird nicht an der Galle operiert, weil coronabedingt intensivmedizinische Kapazitäten vorgehalten werden müssen, Frau B muss deshalb auf ihre Tumoroperation warten — und diese Liste ließe sich bis Z fortsetzen. Diese Fälle gibt es, weil zu vielen Menschen die Einsicht in die gesundheits- und gesellschaftspolitische Notwendigkeit Impfung fehlt.

Oö. Volksblatt, Chefredaktion
0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender