
Drobits/Kostelka: „Pensionist*innen dürfen keine Bankkund*innen zweiter Klasse sein
Stopp der Altersdiskriminierung bei Krediten und Überziehungszinsen – Ausweitung Diskriminierungsschutz durch „Levelling up“ endlich umsetzen
Wien (OTS/SK) – SPÖ-Konsumentenschutzsprecher Christian Drobits und der Präsident des Pensionistenverbandes Österreich Peter Kostelka forderten heute im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz:
„Pensionistinnen und Pensionisten in Österreich dürfen nicht länger zu Bankkund*innen zweiter Klasse gemacht werden!“ Konkret geht es um den Umstand, dass es immer mehr Fälle gibt, in denen Pensionist*innen bestehende Kreditkarten plötzlich nicht mehr verlängert, der bisherige Überziehungsrahmen gesperrt oder trotz Bonität ein Kredit nicht mehr bewilligt werden. „Das ist eine klare Form von Altersdiskriminierung“, urteilt der SPÖ-Abgeordnete Drobits. Die SPÖ fordert deshalb u.a. die Ausweitung des Diskriminierungsschutzes durch das so genannte „Levelling up“. ****
Vielfach sei zu beobachten, dass ältere Menschen für Banken, deren Kund*innen sie seit Jahrzehnten waren, von Jahr zu Jahr weniger wert werden: „War man vor wenigen Jahren noch geschätzter Geschäftspartner, wird man nach dem Pensionsantritt oft zum Bittsteller degradiert, der sich auch noch selbst um Überweisungen und Behebungen kümmern muss. Kein Wunder, dass sich viele Pensionist*innen als Bankkund*innen zweiter Klasse fühlen. Die Pensionist*innen haben unseren Staat, unseren Wohlstand aufgebaut. Dass man sie jetzt auf Grund ihres Alters bei Krediten und Kontoüberziehungen benachteiligt, ist unzumutbar “, ärgert sich SPÖ-Konsumentenschutzsprecher Christian Drobits.
“Diese Praxis wird auch in Zukunft noch eine Menge Probleme bereiten. Viele Eigenheimbesitzer*innen werden in den nächsten Jahren ihre Heizsysteme auf klimafreundliche Lösungen umrüsten müssen – und da reden wir von erheblichen Investitionen, die nicht so leicht aus Ersparnissen gedeckt werden können“, so der Präsident des Pensionistenverbandes Österreich Peter Kostelka, der ausführt, dass sehr oft Pensionist*innen dazu gezwungen seien, zu ihren Kindern oder Enkelkindern zu pilgern, um von ihnen Geld vorgestreckt zu bekommen.
Drobits und Kostelka fordern daher eine gesetzliche Regelung, ähnlich wie sie auch in Deutschland vorhanden ist, um Bankkund*innen vor Altersdiskriminierung zu schützen. „Ältere Menschen müssen ein durchsetzbares Recht darauf haben, vollständig am sozialen und wirtschaftlichen Leben teilnehmen zu können. Gleichberechtigung muss auf allen Ebenen gelten“, führen die beiden aus. „Deutschland macht es vor“, ergänzt Kostelka, der auf die dortige entsprechende Regelung verweist, die es Banken ermöglicht, Kredite auch älteren Kreditansuchenden zu gewähren, wenn Sicherheiten zur Abdeckung vorhanden sind.
Des Weiteren liege im Parlament bereits ein Antrag der SPÖ zur Ausweitung des Diskriminierungsschutzes außerhalb der Arbeitswelt auf, dessen Umsetzung dazu führen würde, dass Menschen aufgrund des Alters beim Zugang zu Gütern und Dienstleistungen nicht weiter diskriminiert werden dürfen. Die Umsetzung dieses so genannten „“Levelling up“ scheitert seit Jahren am „Nein“ der ÖVP. Wenn es jetzt Stimmen in der ÖVP gibt, die das „Levelling up“ umsetzen wollen, dann sei das zu begrüßen – „wir können das rasch beschließen. Die ÖVP soll endlich Mensch über Lobbyinteressen stellen“, so Drobits.
Abschließend erinnern die beiden noch an die drastische Teuerungswelle, die Österreich gerade überschwemme. Auch hier lässt die Bundesregierung und insbesondere Minister Mückstein die Pensionist*innen alleine im Regen stehen. Drobits erinnert aus Konsumentenschutzsicht an seine Forderung nach einem „Schuldnerschutzschirm“: Dieser sieht unter anderem vor, dass Überziehungszinsen, Inkassokosten, Verzugszinsen und Betreibungskosten gedeckelt werden. Doch die Regierungsparteien würden die konsumentenfreundlichen SPÖ-Anträge immer wieder vertagen oder ablehnen. Auch Kostelka schließt sich an: „Minister Mückstein muss sofort handeln – sollte die Teuerungswelle anhalten, werden viele Pensionist*innen bald vor dem finanziellen Ruin stehen. Es wird Zeit, dass sich Minister Mückstein mehr für die Älteren einsetzt und sich beim Koalitionspartner durchsetzt. Bisher hat er die Pensionist*innen abblitzen lassen.“ (Schluss) lk/ah/up
SPÖ-Parlamentsklub
01/40110-3570
klub@spoe.at
https://klub.spoe.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender