
Oö. Volksblatt: „Krieg der Schurken“ (von Andy HÖRHAGER)
Ausgabe vom 2. März 2022
Linz (OTS) – Der Begriff „Schurkenstaat“ beschreibt ursprünglich aggressive Staaten, welche die USA oder deren Verbündete bedrohen, indem sie Terrorismus förderten. Die ersten als „Rogue States“ geltenden Länder waren Nordkorea, Kuba, der Iran, Irak und Libyen. Später wurden auch Syrien, der Sudan und Kuba als Schurkenstaaten geführt.
Auf diese Stufe ist nun auch das Russland Wladimir Putins durch das EU-Parlament abgestuft worden.
Einer der verantwortlichen „Schurken“, Russlands Außenminister Sergej Lawrow, attackierte in einer Videobotschaft an den UNO-Menschenrechtsrat die Ukraine als „Bedrohung“ für Russland. Jahrelange Terrorisierung der russischen Minderheit in der Ostukraine und vielfältige Menschenrechtsverletzungen würden die russische Militäroperation in der Ukraine rechtfertigen. Der Westen sei „besessen von den Sanktionen“ und wolle mit den illegalen Strafmaßnahmen seine Wut an Russland auslassen, so Lawrow.
Die klassische Täter-Opfer-Umkehr ist nicht nur bezeichnend für die umfangreiche Realitätsverweigerung der russischen Führung, sie machte auch eines erschreckend deutlich: Ernsthafte Verhandlungen über eine friedliche Lösung des Konfliktes in der Ukraine kann es mit diesem Russland nicht geben.
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