GLOBAL 2000 zu Energiepaket: Mutige Weichenstellungen für Gas-Ausstieg fehlen!

Umweltschutzorganisation fordert Erneuerbaren-Wärmegesetz mit verbindlichem Öl- und Gasausstieg statt kosmetischer Korrekturen

Wien (OTS) – In dem heute präsentierten Energiepaket der Bundesregierung vermisst die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 entscheidende Weichenstellungen für die Energiewende raus aus Öl und Gas: „Statt kosmetischer Korrekturen braucht es einen großen Wurf mit einem gesetzlich verbindlichen Ausstieg aus Öl- und Gasheizungen. Der Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme würde uns endlich unabhängig von riskanten Energielieferungen aus anderen Ländern machen. Dafür ist das Erneuerbaren-Wärmegesetz rasch von der Bundesregierung rund um Bundeskanzler Nehammer auf den Weg zu bringen. Die jetzt präsentierten Vorhaben sind angesichts der Dramatik der Situation nur ein Tropfen auf dem heißen Stein“, so Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von GLOBAL 2000.

GLOBAL 2000 vermisst angesichts der heute präsentierten Schritte einen großen Wurf, der Österreich Energieunabhängigkeit bringen kann und die große Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen reduziert. Derzeit heizen in Österreich 600.000 Haushalte mit Öl und 900.000 mit Gas, dazu wird etwa die Hälfte der Fernwärme mit fossiler Energie bereitgestellt. Einen gesetzlich verbindlichen Umstiegsfahrplan auf klimafreundliche Energie gibt es nicht. Den sollte das Erneuerbaren-Wärmegesetz bieten, das jedoch immer noch in der Warteschleife festhängt. Ohne gesetzliche Verbindlichkeit wird es nicht gelingen, den Umbau von 1,5 Mio. Heizungen und die Umstellung der Hälfte der Fernwärme auf klimafreundliche Energie vorzunehmen. Gleichzeitig braucht es eine Verdoppelung der thermischen Sanierungsrate von Gebäuden. Derzeit werden jährlich nur etwa 1,4 Prozent der Gebäude in Österreich thermisch-energetisch modernisiert. Es braucht aber eine Sanierungsrate von mindestens 3 Prozent und Sanierungen auf den Niedrigstenergiestandard, wo immer das möglich ist.

Die heute präsentierten neuen Finanzspritzen für den Ausbau erneuerbarer Energie sind nur kurzfristig hilfreich. Sie ändern aber nichts daran, dass es auch einen gesetzlich verbindlichen Rahmen braucht, der mittel- und langfristig wirkt. Nur wenn langfristig die Energiewende rechtlich abgesichert ist, haben Unternehmen Investitionssicherheit und werden in den Ausbau von Kapazitäten und die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter:innen investieren. Für die Energiewende braucht es in etwa eine Verdoppelung der Kapazitäten in der Bauwirtschaft. Die fehlenden rechtlichen Rahmenbedingungen hemmen die Energiewende in Österreich also fundamental und verhindern, dass tausende Arbeitsplätze in diesen Branchen geschaffen werden können.

„Angesichts der dramatischen Situation, von Krieg, fossiler Abhängigkeit und Klimakrise, sind die heute präsentierten Antworten völlig unzureichend. Es braucht viel mutigere Schritte in eine klimafreundliche Energiezukunft. Wir fordern die Bundesregierung rund um Bundeskanzler Nehammer auf, endlich ein Erneuerbaren-Wärmegesetz auf den Weg zu bringen, das uns von der fossilen Abhängigkeit wirklich befreit und Österreich in Richtung Energiesouveränität führt“, so Johannes Wahlmüller abschließend.

Viktoria Auer, Pressesprecherin GLOBAL 2000, viktoria.auer@global2000.at, 0699 14 2000 82
Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher GLOBAL 2000, johannes.wahlmüller@global2000.at, 0699 14 2000 41

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