
Nationalsozialisten und NS-Sympathisanten in Südamerika nach 1945. Karrieren und Vernetzungen in den Aufnahmeländern
Workshop des Wiener Wiesenthal Instituts für Holocaust-Studien (VWI) und des Instituts für Zeitgeschichte der Universität Wien, am 31. März und 1. April 2022.
Wien (OTS) – Adolf Eichmann, Josef Mengele, Klaus Barbie oder Erich Priebke: Diese Namen stehen beispielhaft für NS-Verbrecher, die nach 1945 in Südamerika Zuflucht fanden. Sie blieben entweder unbehelligt oder wurden zumindest erst Jahre später für ihre Taten zur Verantwortung gezogen.
Nachforschungen zu ihrem Verbleib in Südamerika wurden – als diese noch lebten – unter anderem von Simon Wiesenthal sowie dem Ehepaar Klarsfeld mit viel Aufwand betrieben. Seitdem haben sich viele Historiker:innen und Journalist:innen in zahlreichen Publikationen mit dem Biografien einzelner ehemaliger Nationalsozialisten (hier standen stets Männer im Fokus), deren Fluchtwegen, deren Aufnahme in den Gastländern und zum Teil auch mit deren politischen Tätigkeiten in ihrer neuen Heimat befasst.
Neben prominenten Tätern und ihren gut erforschten Biografien gibt es allerdings etliche weitere Fälle mehr oder weniger einflussreicher (ehemaliger) Nationalsozialist:innen und Sympathisant:innen die nach Argentinien, Chile oder in andere südamerikanische Länder gelangten. Über ihre Lebenswege, ihre beruflichen wie privaten Aktivitäten vor Ort liegen bisher aber kaum systematische Forschungsergebnisse vor. Ihre Biographien und ihr Neuanfang in Südamerika sollen daher im Mittelpunkt des Workshops stehen.
Ziel ist es mehr als 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs die bisherige Forschung zu bilanzieren. Darauf aufbauend werden neue Forschungsfragen ins Visier genommen sowie bisher unbearbeitete Quellenbestände und neu zu beforschende Personengruppen identifiziert. Es geht also mithin darum, das Forschungsfeld zu deutschen und österreichischen Nationalsozialist:innen in Südamerika sowie ihre (inter-)nationalen Verbindungen neu zu vermessen. Dabei gilt es, sowohl Forschungslücken als auch noch nötige Vertiefungen bisheriger Studien zu benennen. Im Vordergrund der Veranstaltung stehen folgende Themenfelder im Vordergrund: Forschungsfragen, Quellen, Archive; Formen, Wege und Organisation der Flucht; Ankommen, Etablierung und Kontaktzonen; Interaktionen zwischen den deutschsprechenden Gruppen sowie Kontakte zur Heimat und Rückkehr.
Nazis and Nazi Sympathizers in South America after 1945. Careers and
Networks in their Destination Countries.
Der internationale Workshop in englischer Sprache ist eine
gemeinsame Veranstaltung des Wiener Wiesenthal Instituts für
Holocaust-Studien (VWI) und des Instituts für Zeitgeschichte der
Univ. Wien, in Kooperation mit dem Fachbereich Geschichte der Univ.
Salzburg und dem Ibero-Amerikanischen Institut Preußischer
Kulturbesitz in Berlin. Die Veranstaltung findet am 31. März und 1.
April 2022 im VWI statt.
Das Hauptreferat wird von Herrn Prof. Raanan REIN (Tel Aviv Univ.)
vorgetragen.
In Anbetracht beschränkter Anzahl von Sitzplätzen am Tagungsort
(VWI) wird um Anmeldung bis 24 März 2022 unter anmeldung@vwi.ac.at
ersucht. Sie werden eine Bestätigung Ihrer Anmeldung sowie
Informationen über Covid-Vorsichtsmaß-nahmen erhalten. Es gilt die
FFP2-Maskenpflicht.
Bitte bringen Sie einen gültigen Lichtausweis mit.
Datum: 31.3.2022, 10:00 – 18:00 Uhr
Ort: Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI) 3.
Stock
Rabensteig 3, 1010 Wien
Url: http://www.vwi.ac.at
Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI)
Dr. Jana Starek
+43-1-890 15 14-750
jana.starek@vwi.ac.at
www.vwi.ac.at
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