
(CON)TEMPORARY FASHION SHOWCASE: SUSANNE BISOVSKY zu Gast im MAK Geymüllerschlössel
Wien (OTS) – Susanne Bisovsky ist im Rahmen der Reihe „(Con)temporary Fashion Showcase“ ab 11. Juni 2022 zu Gast im Geymüllerschlössel, wo sie ausgewählte Ensembles in ihrem speziellen, unverkennbaren „Wiener Chic“ zeigt. Die außergewöhnlichen Kreationen entstammen ihrer Auseinandersetzung mit einem riesigen materiellen und immateriellen Fundus und Bisovskys spielerischer und fundierter Annäherung an Mode, handwerkliche Techniken und Kostümkunde. Weit weg von den kurzlebigen Trends internationaler Mode- und Textilproduktion transferiert Bisovsky ein nur scheinbar aus der Zeit gefallenes Bild einer „Schönen Wienerin“ in die Gegenwart. Sie präsentiert ihre idealtypische Weltstädterin als eine Art Huldigung und idealisierte Personifikation ihrer Vorstellung von Wien, wo sie seit über drei Jahrzehnten lebt und arbeitet.
Anlässlich der Ausstellungseröffnung am 11. Juni 2022 wird Susanne Bisovsky ab 17 Uhr ihre von namhaften Fotograf*innen bebilderte und um Texte renommierter Protagonist*innen der Modeszene (Suzy Menkes, Barbara Vinken, Elisabeth Längle u. a.) bereicherte Publikation „WIENER CHIC. Mode für eine große Stadt“ präsentieren und auch signieren. Abgerundet wird der Eröffnungsabend mit einer Demonstration der – heute nur noch selten praktizierten – Technik des Mangelns, die die zeit- und arbeitsintensive Komplexität der händischen Oberflächenbearbeitung vor Augen führen soll.
In der Ausstellung „(Con)temporary Fashion Showcase: Susanne Bisovsky“ werden ausschließlich Stücke gezeigt, die zwischen 2003 und 2022 entstanden sind. Darunter auch ein Bühnenkostüm: eine grüne Spencerjacke mit floralem Druckmuster aus dem frühen 20. Jahrhundert und ein floral gemusterter Teppichstoff-Rock für Carl Maria von Webers „Il Franco Cacciatore“ an der Mailänder Scala (2017).
Textile Souvenirs einer imaginierten Metropole
Mit stetem Augenzwinkern übersetzt Bisovsky historische Versatzstücke und Zitate ins Jetzt und überführt sie in eine – für ihren Stil typische − Zeitlosigkeit. Häufig wiederkehrende Elemente in Bisovskys Designs und den aus ihrer Feder stammenden Inszenierungen sind Bezüge zu regionalen Gewandformen. Durch eklektische Kombinationen verlieren sie jedoch ihre eindeutige Lesbarkeit und wirken sogleich „international“. Ihr „Chic Slavique“ mag beispielsweise an die mexikanische Malerin Frida Kahlo erinnern, entsteht aber durch das Kontrastieren heterogener Elemente wie etwa farbenfroher Webteppiche aus Rumänien und der typisch österreichischen Goldhaube. Ein paillettenbesetztes Oberteil der „Everlasting Collection No. 2“ als Interpretation eines Ausseer Flinserls, eines traditionellen Faschingskostüms, erweckt bei geschulten Betrachter*innen gleichsam Assoziationen zu den typischen Paillettenstickereien polnischer Trachtenwesten.
Auch der Einsatz von auffälligem Kopfschmuck, volumenspendenden Unterröcken, delikater Spitze sowie üppiger Rüschen, Fransen und Blumenmotive kennzeichnet Susanne Bisovskys Repertoire. Gemeinsam mit gekonnten Rückgriffen auf traditionelle Techniken wie z. B. den Blaudruck oder die Einbettung leonischer Waren sorgt dies für einen hohen Wiedererkennungswert. Bezüge zu Bekleidungstraditionen eines einstmals größeren Österreichs liegen da nahe. Die rottonige Rosenstickerei eines Ensembles aus der „Everlasting Collection No. 2“ (2007) etwa zitiert Gewänder der Region Posavina, die das heutige Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Serbien miteinander verbindet. Auffällig ist auch eine gehäkelte weiße Kreation aus der Kollektion „Innocentia“ von 2011 mit Rüschen, die den kompletten Körper der Trägerin – einschließlich des Gesichts – verdeckt und damit eine weihnachtliche Symbolfigur (Ost-)Deutschlands wiedererweckt: das sorbische Bescherkind.
Die gebürtige Linzerin und ehemalige Absolventin der Universität für angewandte Kunst Wien war nicht nur Lieblingsstudentin ihres Professors in der Modeklasse, Helmut Lang, Susanne Bisovsky arbeitete auch für ihn und entwickelte u. a. die Latexspitze des „dress of the year 1995“, das heute Teil der MoMA-Sammlung in New York ist. Weitere Stationen in ihrer Vita sind Mitarbeit und Entwürfe für namhafte Modelabels und Unternehmen wie Jean-Charles de Castelbajac, Sportalm, Austrian Embroideries oder Kathleen Madden. 2020 wurde Susanne Bisovsky mit dem Outstanding Artist Award für experimentelles Modedesign des BMKÖS ausgezeichnet. Dies ist nun ihre zweite vom MAK organisierte Einzelausstellung: 2005 wurden unter dem Titel „Austrian Look“ zwölf Kleidungsstücke der Designerin im MAK am Stubenring gezeigt.
Im Rahmen der neuen MAK-Reihe „(Con)temporary Fashion Showcase“ im Geymüllerschlössel folgt nach Julia Koerner und Susanne Bisovsky Jojo Gronostay (3. September bis 4. Dezember 2022).
Ausführliche Pressetexte zu den Ausstellungen im Rahmen des „(Con)temporary Fashion Showcase“ laufend aktualisiert unter MAK.at/presse
Laufend aktualisierte Details zum Programm unter:
MAK.at/contemporaryfashion
Bildmaterial zur Ausstellung steht unter MAK.at/presse zum Download bereit.
PRESSEDATEN
Presseführung: Freitag, 10. Juni 2022, 10 Uhr
Wir bitten um Anmeldung unter presse@MAK.at
Eröffnung: Samstag, 11. Juni 2022, 10–20 Uhr
Ausstellungsort: MAK Geymüllerschlössel
Pötzleinsdorfer Straße 102, 1180 Wien
Ausstellungsdauer: 11. Juni – 28. August 2022
Öffnungszeiten: jeweils samstags und sonntags, 10–18 Uhr Kuratorin: Lara Steinhäußer, Kustodin MAK Sammlung Textilien und Teppiche
Eintritt: € 7
Eintritt frei für Kinder und Jugendliche unter 19
Eintritt frei mit MAK Jahreskarte
MAK Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Judith Anna Schwarz-Jungmann (Leitung)
Sandra Hell-Ghignone
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