
Oö. Volksblatt: „Wohin, Bella Italia?“ (von Andy HÖRHAGER)
Ausgabe vom 22. Juli 2022
Linz (OTS) – Innenpolitische Erfolge einer Koalition, die nur deren Aushängeschild zugeschrieben werden, sind Gift für die Zusammenarbeit. Und an Erfolgen durfte „Super-Mario“ Draghi sich einige an seine Fahnen heften. Der Ökonom Draghi, dessen Arbeit als langjähriger EZB-Chef ihm allseits Respekt eingebracht hatte, war auch daheim als „Retter der Nation“ zu beachtlichen Resultaten geeilt.
Die Anti-Corona-Impfkampagne, die zu einer Impfquote von fast 90 Prozent der Bevölkerung geführt hatte, oder jene 200 Milliarden Euro, die Italien aus dem EU-Wiederaufbauprogramm „Next Generation“ erhält. Kein Land bekommt mehr Geld aus dem EU-Hilfstopf. Auch mit Stützungsmaßnahmen für die von der Energiekrise und Inflation geplagten italienischen Familien und Unternehmen punktete Draghi. Anders seine Koalitionspartner. Die Bewegung „Cinque Stelle“ sah sich in Umfragen mit dramatischen Einbrüchen in der Zustimmung konfrontiert. Daraus keimte wohl jener Widerstand, der die Regierung Draghi nun zum Scheitern brachte. Dass die „Cinque Stelle“ bei Neuwahlen im Herbst dafür die Rechnung serviert bekommen sollten, wird für „Meister“ Draghi kein Trost sein.
Für „Bella Italia“ wird der Weg damit steiniger, für die Europäische Union wird Italien wieder unberechenbarer.
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