
SPÖ-Silvan zu neuerlichem Senecura-Pflegeskandal: „Ein Jahr später ist noch immer nichts passiert!“
Volksanwaltschaftssprecher der SPÖ fordert: Einrichtungen der erweiterten Daseinsvorsorge dürfen nicht gewinnorientiert betrieben werden
Schwere Vorwürfe hat die Volksanwaltschaft vor kurzem gegen ein Seniorenheim des Privatbetreibers Senecura in Salzburg-Lehen erhoben. Bewohner*innen sollen dehydriert gewesen sein, die Wundversorgung mangelhaft. Laut Medienberichten ermittelt nun auch die Staatsanwaltschaft. SPÖ-Volksanwaltschaftssprecher Rudolf Silvan, der auch Mitglied im Gesundheitsausschuss des Nationalrates ist, hat bereits vor einem Jahr, als es einen ähnlich gelagerten Vorfall in einem niederösterreichischen Senecura-Pflegeheim gegeben hat, die Verantwortlichen in der Politik zum Handeln aufgefordert, doch „ein Jahr später ist noch immer nichts passiert!“, ist Silvan verärgert. ****
Als „besonders dramatisch“ wurde aktuell über den Fall einer nur mehr 42,5 Kilo schweren Frau in dem Salzburger Seniorenheim berichtet, die unter starken Schmerzen litt. Bei der Beobachtung eines Verbandswechsels wurde laut Gutachten ein massiver Dekubitus mit Beteiligung des Steißknochens und einer etwa zwei Hände großen Hauttasche freigelegt. Vom Wundgeschehen soll sogar schon ein Fäulnisgeruch ausgegangen sein, ist der Abgeordnete schockiert. Auch vor rund einem Jahr im April 2021 war es ein Senecura-Pflegeheim, damals im niederösterreichischen Kirchberg am Wechsel. Damals war von gefährlicher Pflege und einem enthumanisierten Desaster die Rede, so der SPÖ-Volksanwaltschaftssprecher. Die Verantwortlichen schoben damals Personalmangel und überlastetes Personal als Hauptgrund für die Missstände als Ausrede vor.
Die Vorschläge der SPÖ – wie bundesweit einheitliche Pflegeservicestellen, ein Pflegegarantiefonds oder finanzielle Anreize für Umschulungen für dringend notwendiges Personal – könnten die Pflege langfristig absichern. Doch die Regierung handelt nicht und ist nur mit eigenen Personalentscheidungen beschäftigt. Sowohl die Corona- als auch die Teuerungskrise und nun der Pflegeskandal zeigen laut Silvan deutlich, dass wichtige Einrichtungen der erweiterten Daseinsvorsorge wie die Bereitstellung von Wasser, Energie, Leistungen im Gesundheitsbereich oder eben in der Pflege nicht gewinnorientiert betrieben werden dürfen und dass der freie Markt eben diese Dinge nicht von selbst regelt, sondern engagiertes Handeln der Politik gefragt ist. (Schluss) sl/bj
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