„Eine neue Existenz – Heimat im Exil“: „dokFilm“-Premiere am 16. Oktober in ORF 2

Erfahrungen, Erfolge und Enttäuschungen syrischer Flüchtlinge in Österreich – um 23.05 Uhr und ORF 2

Wien (OTS) – Ist es möglich, alles – Familie, Beruf, die eigene Kultur – hinter sich zu lassen und ein ganz neues Leben zu beginnen? Können Menschen, die vor Krieg und Katastrophen geflüchtet sind, in der Fremde tatsächlich eine neue Heimat finden, und wie verkraften sie es, ihre Existenz aufzugeben? Lassen sie nicht immer einen Teil ihrer Identität zurück? Dem Filmemacher Nour Alsoliman gelang 2015 die Flucht aus Syrien nach Österreich. Mit ungewissen Erwartungen und großen Hoffnungen im Gepäck ist er aufgebrochen und stolperte seither über viele Steine, die ihm in den Weg gelegt wurden. In der neuen ORF-Koproduktion „Eine neue Existenz – Heimat im Exil“, zu sehen im „dokFilm“ am Sonntag, dem 16. Oktober 2022, um 23.05 Uhr in ORF 2, begleitet er sechs seiner Landsleute, die wie er seit ein paar Jahren in Österreich leben, und befragt sie nach ihren Erfahrungen, Erfolgen und Enttäuschungen. Wie sieht ihr Leben heute aus? Und wie optimistisch oder pessimistisch sehen sie ihrer Zukunft entgegen? Dreh- und Angelpunkt ist der Salon von Bashar, dem Barbier, wo der Regisseur auf Schicksalsgenossinnen und -genossen trifft, wie einen Angestellten, der in Österreich Karriere gemacht hat, eine Pädagogin, eine Studentin sowie Menschen, die immer noch auf Arbeitssuche sind.

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Wenn es um das nackte Überleben geht, sind Menschen bereit, sich von nahezu allem zu trennen, was sie geformt und bestimmt hat. Eines werden sie jedoch nie los: ihre Erinnerungen und die Traumata, die ihnen der Krieg zugefügt hat.

„Ich kann mir immer noch keine Filme ansehen, die irgendeine Art von Gewalt enthalten. Ich fange sofort an zu weinen. Ich weiß, dass es nur Schauspielerei ist, aber ich kann mich trotzdem nicht beherrschen“, berichtet Hussam. Gleichwohl geht es ihm besser als noch vor einigen Jahren, als ihn Alpträume regelmäßig aus dem Schlaf rissen.

Fidaa kann auf keine Erfolgsgeschichte verweisen, die Medien so gerne aufgreifen: Mit 60 Jahren hat sie kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt, mit der neuen Sprache konnte sie sich nicht anfreunden und mit der neuen Stadt auch nicht: „Wien ist eine der schönsten Städte, und ich glaube, dass ich eine nette Frau bin. Aber es hat einfach nicht geklappt. Wir mögen einander einfach nicht.“

Ilham träumt davon, Österreicherin zu werden – auch, weil ihr dieser Status paradoxerweise die Verbindung zur alten Heimat erleichtern würde: „Ich träume also von einem Land, das mir ein Dokument ausstellt, mit dem ich meine Familie im Notfall nur für ein paar Tage besuchen kann. Mein Beileid direkt zu bekunden, wenn etwa ein Familienmitglied stirbt. Das ist das Einzige, wovon ich träume.“

„Eine neue Existenz – Heimat im Exil“ erzählt auch davon, was es in der Praxis bedeutet, wenn neu Angekommene integriert werden sollen – zumal die Mehrheitsgesellschaft in dieser Frage tief gespalten ist. Dreh- und Angelpunkt des Films ist Bashars Friseursalon, in dem die porträtierten Syrer/innen über Freuden und Tiefschläge in der neuen Heimat berichten.

„Eine neue Existenz – Heimat im Exil“ ist eine Koproduktion von ORF und Feuer & Flamme Film, hergestellt mit Unterstützung von Fernsehfonds Austria und Filmfonds Wien.

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