Alter(n)sbilder: Was heißt (schon) alt?

Denkanstöße zum sensiblen Umgang mit dem Bild des älteren Menschen in den Medien

Was macht eigentlich unsere Sicht vom Alter und vom Altern aus? Welche Alter(n)sbilder gibt es, wie entstehen sie und wie werden sie transportiert? Welche Wirkung, welche Macht haben sie? Was „machen“ sie mit uns, mit unserer Gesellschaft? In einem Pressehintergrundgespräch am 10. November im APA-Pressezentrum gingen Expert:innen diesen Fragen nach und beleuchteten diesen Themenkomplex von verschiedenen Seiten. Sie zeigten auf, wie wesentlich die Rolle der Medien bei der Etablierung von Alter(n)sbildern ist und wie negative Alter(n)sbilder vermieden werden können.

ALTE STÜCKE, NEUE BILDER: KING LEAR UND DAS ALTER(N)SBILD IM WANDEL DER ZEIT

Anhand der Wandlung des Bildes von King Lear in Theater und Film – von Shakespeares altem, weisen Mann zum Diktator mit Demenz in aktuellen Interpretationen – zeigte ASSOZ. PROF.IN DR.IN ULLA KRIEBERNEGG, Leiterin des Zentrums für interdisziplinäre Alterns- und Care-Forschung der Universität Graz, in ihrem Vortrag den Wandel des Altersbildes in der Gesellschaft auf. Denn dass Lear nun Demenz diagnostiziert wird, sei nicht als moderne und medizinisch auf den neuesten Stand gebrachte Interpretation seines Wahnsinns zu sehen. Vielmehr sei diese ‚Diagnose‘ Ausdruck unserer schlimmsten Befürchtungen in Zeiten des ‚Pflegenotstandes‘: Demenz gelte in den letzten Jahren als das am stärksten mit dem Altern in Verbindung gebrachte Schreckgespenst und symbolisiere auch den Schrecken des Kontrollverlusts, der oft fälschlicherweise als normaler Teil des Alterungsprozesses angenommen wird. Die Darstellung der Würdelosigkeit und der Infantilisierung des Alterns, die in diversen Inszenierungen normalisiert wird, entfalte eine starke Wirkung und trage zu Ageism, also Altersdiskriminierung bei; schlussendlich prägen Literatur und Film unsere Wahrnehmungen entscheidend mit.

„NO MORE WRINKLY HANDS!“ DIE MACHT VON ALTER(N)SBILDERN UND WIE SIE SICH VERÄNDERN LASSEN“

DR.IN VERA GALLISTL vom Kompetenzzentrum Gerontologie und Gesundheitsforschung der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften in Krems, ging in ihrem Vortrag der Macht von Alter(n)sbildern nach. Ein Problem mit den Alter(n)sbildern ist die homogenisierende Darstellung des Alters („_Alle_ alten Menschen leben in Pflegeeinrichtungen“). Daher auch so oft das Bild der alten, faltigen Hände, wenn „Alter“ in Medien illustriert werden soll. Wird aber die Heterogenität des Alters mitbedacht, kann dies gegen die Zeichnung eines defizitären Alter(n)sbildes helfen.

„NEUE BILDER DES ALTER(N)S – IMPULSE ZUM SENSIBLEN UMGANG MIT ALTER(N)SBILDERN IN DEN MEDIEN“

Anhand des von ihr im Auftrag des Dialog _gesund & aktiv und altern_ verfassten Leitfadens „Neue Bilder des Alter(n)s“ brachte Kommunikationsexpertin MAG.A YVONNE GIEDENBACHER dann praxisbezogene Anregungen und Beispiele für eine wertschätzende Kommunikationsarbeit, die dazu beitragen kann, das Bild des Alter(n)s in den Medien und somit in unseren Köpfen in all seiner Vielfalt darzustellen.

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LEITFADEN „NEUE BILDER DES ALTER(N)S“

Die Veranstaltung wurde aus den Mitteln der Initiative Agenda Gesundheitsförderung des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz finanziert und durch den Fonds Gesundes Österreich, Kompetenzzentrum Zukunft Gesundheitsförderung, in Kooperation mit dem Dialog gesund & aktiv altern umgesetzt.

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