
„Lebensmittel vs. Energiegewinnung“ – Der hausgemachte Interessenskonflikt in der Steiermark
„Servus am Abend“ über unmoralische Angebote, zweifelhafte Vorhaben und eine politische Entscheidung, die am Ende mehr Verlierer als Gewinner haben kann. 18:05 Uhr, ServusTV.
Geht es nach dem Land Steiermark, so werden künftig 39 Gemeinden als Photovoltaik-Zonen ausgewiesen. Die Folge: produktive Anbauflächen für Lebensmittel werden in Flächen für die Energiegewinnung umgewidmet. Insgesamt sollen so 960 Hektar neue Photovoltaik-Zonen entstehen – und damit ebenso viele Hektar Agrarfläche verloren gehen. Unverständlich für viele Landwirte, denn schon jetzt muss allein die Steiermark rund 50 Prozent des Bedarfs an Obst und Gemüse importieren und auch Gesamt-Österreich liegt weit unter dem Selbstversorgungsbedarf. Zudem versiegelt das Land Steiermark doppelt so viel Boden wie andere Bundesländer. „Das sind unsere besten Böden, wo wir Gemüse produzieren. Eigentlich müssen wir um unsere Flächen kämpfen und immer wieder neu darauf hinweisen, wie wichtig diese sind“, weiß Salatbauer Markus Hillebrand aus dem Grazer Feld. Dabei gäbe es eine Vielzahl von Alternativflächen in der Steiermark: 80.000 Hektar Hangfläche sind für den Lebensmittelanbau nicht geeignet, hier könnten also Photovoltaikanlagen entstehen. Macht man aber nicht: „Es ist die Errichtung zu teuer, es ist die Leitungslänge zu teuer. Man geht wieder den einfachsten Weg, dass man sagt, diese Flächen sollen im Umkreis von zehn Kilometer von den Umspannwerken entstehen – genau dort, wo der Ackerbau und Gemüseanbau zu Hause ist“, führt Hillebrand weiter aus. Zudem wird den Landwirten schon jetzt das Einspeisen ihres selbst erzeugten Stroms mittels Photovoltaik-Anlagen auf Dächern und Ställen nicht genehmigt.
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Christoph Ammerer
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