Oö. Volksblatt: „Brachial-Rhetorik“ (von Dominik HENNERBICHLER)

Ausgabe vom 16. November 2022

Seit Wochen und Monaten beklagen Parteien die wachsende Politikverdrossenheit in der Bevölkerung. Gebetsmühlenartig wird ein besserer Umgang voneinander gefordert, um sich dann ausgerechnet bei der Budgetdebatte – der größten „Politikbühne“ des Jahres – von der schlechtesten Seite zu zeigen. Vor allem SPÖ und FPÖ fielen am Dienstag wieder durch Brachial-Rhetorik auf. Die Grenze von harter Kritik zu polemisch, populistischem Getöse wurde neuerlich deutlich überschritten. Ausgerechnet jene Fraktionen, die ständig Neuwahlen fordern, sollten sich überlegen, ob ihr derzeitiges Auftreten zur Wiederherstellung des Vertrauens in die Politik beiträgt. Dauernd die Regierung totzureden ist nicht nur ein Zeichen für schlechten Stil, sondern schlichtweg falsch. Gemeinsam haben Schwarz-Grün bisher – trotz vieler Krisen – einiges weitergebracht. Aber Totgesagte leben ohnehin länger, sagt man.

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