Oö. Volksblatt: „Budgetfragen“ (von Herbert SCHICHO)

Ausgabe vom 17. November 2022

Bisweilen ist es schön, dass man sich angesichts von Pandemie, Krieg und Teuerung dermaßen über ein Klavier echauffieren kann. Zugegeben: Glücklich ist die Optik nicht und vermutlich wird die Republik nicht zusammenbrechen, wenn das Hohe Haus auf Klaviermusik verzichtet, aber es hätte wohl auch einen Aufschrei gegeben, wenn bei der nächsten Feier die Musik aus der Dose kommt oder das Parlament einen billigeren US-Flügel genommen hätte. Auch das andere Reizthema – das Budget der Universitäten – könnte man angesichts der gesellschaftlichen Herausforderungen anders debattieren. Immerhin gibt es die universitäre Autonomie und die Budgets wurden im Vorjahr einvernehmlich beschlossen – samt satter Erhöhung. Nun ist durch die Teuerung eine Ausnahmesituation entstanden, auf die auch mit einer zusätzlichen Geldspritze reagiert wurde. Trotzdem sieht die Rektoren-Chefin diese als zu gering und gleichzeitig die Kritik daran, dass ihre Zahlen nicht nachvollziehbar seien, ungerechtfertigt. Wobei man durchaus erklären sollte, warum die Bedarfe der Unis so unterschiedlich sind. Offensichtlich schwebt den Unis eine „Schönwetterautonomie“ vor: Bei Schönwetter wird jegliche Einmischung strikt abgelehnt, bei Regen wird hingegen ein „Bundes-Schirm“ erwartet.

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