Oö. Volksblatt: „Verlängerung“ (von Herbert SCHICHO)

Ausgabe vom 7. Dezember 2022

Meist sind es nicht die besten Spiele, die in Verlängerung gehen. Sondern eher jene Partien, wo schon über 90 Minuten wenig passiert ist. Die Verlängerungen sind auch selten Highlights der Fußballkunst und wirkliche Spannung gibt es meist erst, wenn nach weiteren 30 torlosen Minuten ein Elferschießen entscheiden muss. Das Problem beim U-Ausschuss ist, dass es am Schluss nicht einmal einen solchen Showdown am Elfmeterpunkt gibt. Trotzdem gibt es nun eine Verlängerung. Und schon im Vorfeld ist klar, dass auch hier mit wenig Höhenpunkten und viel „Hin-und-Her-Geschiebe“ im Mittelfeld zu rechnen ist. Selbst die Hauptfigur des U-Ausschusses, Ex-ÖBAG-Chef Schmid, bekam die richterliche Lizenz zum Schweigen. Und auch wenn er bis dahin einen Kronzeugenstatus hat, ist das juristische Eis für eine verpflichtende Beantwortung dünn. Aber zwei gute Gründe sprechen zumindest für die Opposition für eine solche Verlängerung: Sie müssen nun nicht über die Weihnachtsfeiertage ihren Bericht schreiben und sie können den U-Ausschuss noch ein paar Mal zur nö. Wahlkampfbühne machen. Und sie brauchen dafür nicht einmal die Kosten als Wahlkampfkosten deklarieren, denn die Rechnung übernimmt der Steuerzahler.

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